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Sie mit Teasern die Aufmerksamkeitshürde überspringen
Newsletter-Praxis
Wie Sie mit Teasern die Aufmerksamkeitshürde überspringen
Von Karsten Büttner
Was
die Betreffzeile für das Öffnen des Newsletters ist, ist der Teaser,
wenn Sie den Newsletterleser auf Ihre Website holen wollen. Lernen
Sie, was genau ein Teaser ist, warum Sie sich mit ihm auseinandersetzen
sollten, welche Aufgaben er hat und wie er idealerweise aufgebaut
ist.
Immer wieder AIDA
Im journalistischen Sinn ist der Teaser ein Text, der den Leser
neugierig machen und zum Weiterlesen bringen soll. Er besteht
aus
- Überschrift
- 2 - 3 Sätzen Textkorpus
- Link
Diese Elemente haben jeweils verschiedene Aufgaben, die sich
mit der AIDA-Formel beschreiben lassen:
| Textteil |
Aufgabe |
| Überschrift |
Attention (Aufmerksamkeit) |
| Textkorpus |
Interest & Desire (Interesse und
Verlangen) |
| Link |
Action (Handeln) |
Situation für Online-Teaser
Warum der Aufbau des Teasers so wichtig ist, zeigt die Situation,
in der ein Newsletterartikel gesehen wird. Ob der Newsletter überhaupt
wahrgenommen wird, hängt zunächst von der Betreffzeile ab. Wer
nun den Newsletter geöffnet hat, wird den Text in der Regel scannen.
Das heißt, hier wird der Text nicht entspannt und intensiv gelesen,
sondern mit dem Fokus "Was ist für mich drin" überflogen. Schlüsselbegriffe
(Keywords) strukturieren dabei die Wahrnehmung des Teasers.
Die Wirkung bei Print- und Onlinemedien
Ein Teaser im Online-Kontext wird komplett anders als
im gedruckten Bereich wahrgenommen. Die Zeitschrift wird
in der Regel in einer Situation in die Hand genommen, wo sie wenig
Aufmerksamkeitskonkurrenz mit anderen Medien hat.
Zudem wird hier der Teaser immer mit dem Gesamttext, den Zwischenüberschriften,
Fotos, Bildunterschriften und der farblichen Gesamtgestaltung
wahrgenommen. Der Teaser ist dabei nur ein Element, das zum Lesen
verführen soll.
Im Online-Bereich ist der Teaser jedoch in der Regel das einzige
Element, dem die Aufgabe zufällt, dass der Leser dem Thema seine
bewußte Aufmerksamkeit widmet. Die Situation ist höchst sensibel,
denn mit der Maus ist der Online-Leser immer potenziell auf dem
Absprung.
Das schließt nicht aus, dass ein Leser - beispielsweise im Wartezimmer
- eine Zeitschrift weglegt, um eine andere zu nehmen. Doch im
Online-Bereich ist die Zahl der möglichen alternativen
Handlungen wesentlich höher, einfacher und schneller
auszuführen als beim gedruckten Produkt.
Teaser sind Lösungsversprechen
Der Teaser im Online-Bereich muss also in einer Situation höchsten
Wettbewerbs bestehen. Führen wir uns noch einmal vor Augen: Es
geht um Aufmerksamkeit. Diese ist ein weit wertvolleres Gut als
Geld. Denn Aufmerksamkeit läßt sich nicht vermehren, sondern nur
teilen. Der Tag hat einfach nur 24 Stunden. Was so simpel und
selbstverständlich klingt, hat Konsequenzen für den Text.
Martin Mustermann, unser Freizeitsurfer, und Berta Beispiel, die
PR-Assistentin, haben beide nur ein begrenztes Zeitvolumen zur
Verfügung, um Lösungen für ihre Probleme zu finden.
Der Teaser ist dabei nicht die Lösung, sondern die Verheißung,
das Versprechen. Und Sie haben vielleicht drei Sekunden
Zeit, um den Suchenden zum Interessenten zu machen.
Ein Teaser weist immer eine gewisse Leerstelle auf, die den Leser
dazu veranlaßt, auf den Link zu klicken. Der Teaser ist auf der
Informationsebene also unvollständig. Erst der Text auf der Website
verspricht, diese Information zu liefern.
Perfekte Länge
So viel wie nötig, so wenig wie möglich, ist immer die Richtschnur,
wenn es um Teaser geht. Vermeiden Sie Füllwörter und setzen Sie
gezielt Schlüsselbegriffe (Keywords) ein, die Ihre Leser kennen.
Etwa 60 Wörter sollte Ihr Teaser maximal haben. Wenn Sie's kürzer
können, ist das auch gut.
Zwei bis drei Sätze reichen in der Regel, um den Bogen von Aufmerksamkeit
(Überschrift!) über Interesse und Verlangen bis zur Klickaufforderung
zu spannen.
Teaser texten
Praxis-Tipp: Die Führungskraft als Coach - Perspektiven geben
und Potenziale entwickeln (Teil IV)
Coaching ist inzwischen zu einem inflationär verwendeten Begriff
und einem Modethema geworden. Wenn Sie im Internet recherchieren,
werden Sie bestimmt überrascht sein, wer alles coacht und zu welchen
Themen man Coaching anbieten oder erhalten kann. Vielleicht fragen
Sie sich auch: "Coachen soll ich meine Mitarbeiter jetzt auch
noch? Habe ich nicht schon genug zu tun?" Ja, Sie sollten sich
dafür Zeit nehmen. Damit Sie Ihre Arbeit effizienter und effektiver
bewältigen können und damit Sie zufriedenere und erfolgreichere
Mitarbeiter haben.
Lesen Sie hier den ganzen Praxis-Tipp! [Link]
Dieser Teaser erfüllt seine Aufgabe im Grunde gar nicht. Zwar
ist die Überschrift hinreichend interessant, doch lädt der folgende
Text kaum dazu ein, mehr über das Thema zu erfahren.
Der Einstieg in das Thema ist ein Allgemeinplatz, der allfälliges
Kopfnicken, aber kaum Aufmerksamkeit erzeugt. Auch die nächsten
Sätze "Wenn Sie ..." und "Vielleicht fragen Sie sich ..." versuchen
zwar einen Dialog mit dem Leser, doch bauen kaum Spannung auf.
Die wesentliche Aussage steckt in der Überschrift und wird im
letzten der sieben Sätze paraphrasiert. Doch was soll der informationssatte
Leser denn jetzt noch über das Thema wissen wollen? Es scheint
im Grunde alles gesagt.
Mein Vorschlag wäre stattdessen dieser:
Führungskraft als Coach?
Erfahren Sie, wie ein neues Rollenverständnis der Führungskraft
hilft, die eigene Arbeit und die der Mitarbeiter effizienter,
erfolgreicher und zufriedenstellender zu organisieren.
Kaum jemand wird diesem Teaser widerstehen:
Was machen Sie um Mitternacht?
Fernsehschauen, Lesen, im Bett liegen? Die wenigsten werden wohl
von sich sagen, dass sie im Internet surfen. Es gibt einfach besseres
zu tun, als des Nachts Links zu klicken. Doch das geht nicht allen
so. In den USA machen sich mittlerweile Tausende Nutzer auf, pünktlich
um 12 vorm Bildschirm zu sitzen. Denn das, was es zu sehen gibt,
gibt es nur heute und nur für kurze Zeit.
Hier geht's weiter...
[Link]
Und doch läßt sich auch hier der Text durch Kürzen, Fokussierung
und Spannungsaufbau optimieren:
Was machen Sie um Mitternacht?
Fernsehschauen, Lesen, im Bett liegen? Die wenigsten werden wohl
von sich sagen, dass sie im Internet surfen. In den USA sitzen
dagegen Punkt Mitternacht Tausende Nutzer an ihren Computern.
Was treibt Amerikaner zu nächtlichem Surfen?
[Link]
Noch kürzer geht es so:
Was tun Sie um Mitternacht?
Fernsehschauen, Lesen, im Bett liegen? Die wenigsten werden wohl
sagen, dass sie im Internet surfen. Was aber treibt Tausende Amerikaner
Punkt Mitternacht erwartungsvoll an Ihre Computer?
[Link]
Praxis-Tipp: Teaser zu zweit schreiben
Wer kennt das nicht: der Newsletter ist unter Zeitdruck fertig
geworden, jetzt noch schnell die Teaser getextet und ab geht's.
Im Nachhinein sieht man leicht, welcher Text noch besser gewesen
wäre.
Häufig ist es besser, wenn eine zweite Person den Teaser verfaßt
beziehungsweise überarbeitet. Denn mit einem gewissen Abstand
zum Thema kann der zweite Redakteur das Wichtigste viel schneller
erfassen.
Checkliste zum Texten
- Wenn Sie die Wahl haben, verwenden Sie immer das kürzere
Wort.
- Streichen Sie Füllwörter und jedes andere überflüssige Wort.
- Nutzen Sie Schlüsselbegriffe als Signale.
- Überlegen Sie, ob die Texte für Ihre Leser wirklich relevant
sind.
- Achten Sie auf Begriffe, die spamverdächtig sein können.
- Verwenden Sie das Aktiv statt das Passiv.
- Schreiben Sie kurze Sätze.
- Versprechen Sie nicht mehr als Sie halten können.
- Vermeiden Sie Fremdwörter, Jargon oder wissenschaftliche Ausdrücke,
wenn es andere gebräuchliche Begriffe gibt.
- Verwenden Sie nie eine Metapher, einen Vergleich oder eine
andere rhetorische Figur, die man häufig gedruckt sieht.
- Wiederholen Sie keine Inhalte aus der Überschrift.
Brechen Sie jede dieser Regeln, bevor Sie Ihren Text verbiegen.
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