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Erfolgsgeschichten den Verkauf fördern
Wie Erfolgsgeschichten den Verkauf fördern
Von Karsten Büttner
Erfolgsgeschichten
(Success Stories) sind ein Mittel um darzustellen, wie ein Produkt
oder eine Lösung funktioniert. Eine gut formulierte Erfolgsgeschichte
hat eine andere Wirkung als verkaufs-orientierte Broschüren und
ist anders organisiert. Was sind die Ziele und wie funktioniert
eine Erfolgsgeschichte?
Warum Erfolgsgeschichten?
Leser hören gerne Erfolgsgeschichten (Success Stories), weil sie
sich mehr oder weniger bewußt in die Lage des Helden der Geschichte
versetzen und (unbewußt) den Wunsch nach Erfolg auf sich übertragen.
Erfolgsgeschichten transportieren auf der psychologischen Ebene
unser eigenes Streben nach Erfolg. Bereitwillig sehen wir die
Geschichte als Lernbeispiel, wie andere es geschafft haben.
Mit dem Namen des erfolgreichen Unternehmens und die Nachprüfbarkeit
wird aus dem Produkt oder der Dienstleistung eine authentische
Lösung. Interessenten sind eher bereit, die Geschichte aufzunehmen
als technische Details zu lesen. Das trifft insbesondere für Entscheider
zu, die sich mit den technischen Einzelheiten nicht auseinandersetzen
können.
Sie können Erfolgsgeschichten insbesondere dort einsetzen, wo
Sie technische Herausforderungen eines Unternehmens diskutieren.
Besonders wirkungsvoll werden Geschichten, wenn Sie den Erfolg
mit Zahlen belegen können.
Umfang
Eine Erfolgsgeschichte hat idealerweise einen Umfang von 750 -
1.800 Worten. (Das ist natürlich nur ein Richtwert. Es gibt durchaus
Erfolgsgeschichten, die auch mit einem größeren Umfang funktionieren.)
Einsatz von Erfolgsgeschichten
Während Sie eine Fallstudie auch für externe Publikationen schreiben,
ist die Erfolgsstudie ein Text, der in der Regel nicht geeignet
ist, um in den Medien abgedruckt zu werden. Eine Erfolgsgeschichte
konzentriert sich fast ausschließlich auf den Erfolg. Wie hat
Ihr Kunde durch den Erwerb des Produkts oder der Dienstleistung
was mit welchem Erfolg erreicht?
Erfolgsgeschichten haben wie Testimonials das Ziel, die guten
Kundenerfahrungen herauszustellen.
Um es auf den Punkt zu bringen: die in Erfolgsgeschichten getroffenen
Aussagen sind werblicher Natur. Zwar sind sie auf einer anderen
Ebene als eine Anzeige. Doch kein vernünftiger Herausgeber eines
Magazins oder einer Zeitschrift würde diesen Text als Artikel
durchgehen lassen.
Erfolgsgeschichten sind ein anderes Medium, um potenziellen Kunden
Referenzen zu vermitteln. Während Referenzen (Testimonials) in
der Regel aus wenigen Zeilen, einem kurzen Zitat bestehen, bietet
die Erfolgsgeschichte das Wie und Warum.
Aufbau
Wie für jeden guten Text gibt es keine absoluten Regeln, aber
gewisse Elemente haben sich als konstitutionelle Bestandteile
herausgeschält.
Generell bedient man sich bei der Erfolgsgeschichte der journalistischen
Tugend, das Wichtigste vorab zu erzählen (invertierte Pyramide).
Erster Abschnitt: Öffnen Sie den Vorhang zum Vorspiel
Im ersten Absatz geben Sie einen ersten Überblick, um was es geht.
Nach dem ersten Absatz sollte der Leser wissen, ob es sich für
ihn lohnt, weiter zu lesen.
Am Anfang kann eine aussagekräftige statistische Zahl stehen:
"70 Prozent der Marketinggelder im Online-Marketing werden verschwendet."
Um den Leser zum Weiterlesen zu bewegen, sollten Sie einen Aufhänger
haben. Das kann ein für die Zielgruppe interessantes technisches
Detail sein, das kann eine Frage sein: "Wie lassen sich Werbegelder
in Pay-per-Klick-Kampagnen wirksam reduzieren?"
Zweiter Abschnitt: Bereiten Sie die Bühne
Nun führen Sie den Kunden ein. In welcher Branche ist Ihr Kunde
tätig? Welche Produkte oder Leistungen vertreibt er?
Dritter Abschnitt: Wo ist das Problem?
Sie fragen: Wie sieht die Marktsituation aus? Welche speziellen
Probleme gibt es?
Damit der Leser spürt, vor welchen speziellen Herausforderungen
Ihr Kunde steht, müssen Sie die Situation dramatisieren. Das heißt
nicht, zu übertreiben, sondern Bilder zu schaffen, anhand derer
die Lage für den Leser erfahrbar wird: "Durch den Verkauf an das
XY-Unternehmen kam das Marketing zum Erliegen, weil der neue Mutterkonzern
kaum Erfahrungen im Online-Marketing hatte und den Etat vorerst
einfror."
Vierter Abschnitt: Wie lösen Sie das Problem?
In diesem Abschnitt zeigen Sie, wie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung
zum Erfolg beigetragen hat. Sie zeigen hier u.a. auf, wie Ihr
Kunde durch eine bestimmte Lösung Geld gespart hat oder seinen
Return on Invest (ROI) hat verbessern können.
Fünfter Abschnitt: Was kann der Leser daraus lernen?
Dieser letzte Abschnitt ist nicht für alle Erfolgsgeschichten
passend. Sie können hier zum Beispiel einen Ausblick in die Zukunft
geben. Für andere bieten sich kurzgefaßte Tipps an.
Sprache und Stil
Direkte Rede, Zitate von Verantwortlichen lockern den Text auf
und geben dem Text einen authentischen Ton. Aktive Verben statt
agensloser Passivkonstruktion ( "... implementiere das Team die
Software in drei Tagen erfolgreich" statt "wurde durch die Implementierung
erreicht") sind ein absolutes Muss.
Ob der Leser direkt angesprochen wird oder der journalistische
Ton auch hier durchgehalten wird, hängt stark von der sonstigen
Kommunikation des Unternehmens und der Zielgruppe ab. Im Zweifel
wählen Sie eher einen journalistisch-distanzierten Stil. Der ist
im deutschsprachigen Raum auf alle Fälle sachgerecht und akzeptiert.
Zusammenfassung
Erfolgsgeschichten sind vorallem ein probates Mittel, um potenzielle
Kunden emotional für das Produkt oder die Leistung einzunehmen.
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