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Buch Daniel
Amor: Das Handy gegen Zahnschmerzen
Daniel Amor: Das Handy gegen Zahnschmerzen
Von Karsten Büttner
Elektronische
Dienste als Geschäftsfelder sind das Thema von Daniel Amors Buch,
das auf gut der Hälfte illustrative Beispiele für zukünftige Entwicklungen
aufzeigt.
Amors zentrale These lautet, dass die nächste Generation der
elektronischen Dienste den vernetzten Geräten gehören wird.
Zu den vernetzten Geräten zählt er weniger den traditionellen
PC als vielmehr Kühlschränke oder Heizungen, die über das Internet
gesteuert würden. Gebrauchsgeräte werden künftig von Computer-Technologie
vollständig durchdrungen sein. Damit ist mehr gemeint, als dass
sie mit Chips funktionieren. Kühlschrank oder Heizung werden dabei
über das Medium Internet mit anderen Geräten wie Mobiltelefonen
kommunizieren.
Pervasive Computing nennt Daniel Amor diesen Ansatz, bei
dem eine Vielzahl von Endgeräten Informationen verarbeitet und
Aufgaben für den Nutzer erfüllt. Die heute verbreitete Internet-Technologie
ist auf Grund verschiedener Standards und schlechter Bedienbarkeit
für diese Zukunft noch nicht ausgerüstet. Notwendige Voraussetzungen
werden dafür u.a. sein:
- kabellose Netzwerke
- universelle, standardisierte Netzwerke
- Metadienste
- neue Schnittstellen
- Kontextsensitivität
- XML
Mit diesen Voraussetzungen werden technologische Standards geschaffen,
die erst eine konsistente Datenverarbeitung ermöglichen werden.
"Guter Service ist Marketing" argumentierte Markus Stolpmann im
Artikel Einsam und allein
im Online-Shop in der Februar Ausgabe 2002.
Um ein zukunftsfähige Services geht es Amor, der zwar mit seinem
Buch vorrangig "Lösungsarchitekten und Projektleiter" ansprechen
will, aber es ist unschwer zu erkennen, dass das Thema "Angebot"
natürlich auch zur langfristigen (Online-)Marketing-Strategie
gehört.
Die alles entscheidende Frage, warum ein Service sinnvoll sein
könnte, durchzieht immer wieder die übersichtlich gegliederten
Praxiskapitel. Amors Buch ist visionär und praktisch zugleich.
Es zeigt deutlich die schon heute möglichen Angebote auf und verlinkt
eindrucksvoll mit den möglichen späteren Anwendungen.
Eine ähnlich eindrucksvolle Darstellung künftiger Informationstechnologie
ist vorher nur den Autoren Stanley M. Davis und William H. Davidson
mit Vision 2020. Wie Unternehmen die Zukunft gestalten
gelungen, die ihr Buch genau zehn Jahre vorher, 1991, veröffentlichten.
Hier argumentieren die Autoren, dass die uns bekannte Informationsgesellschaft
2020 ende.
Dann würde eine neue Ära anbrechen, in der die Wertschöpfung
im wesentlichen aus einer Informationalisierung der Produkte stammen
werde. Als Beispiel, das bereits 1991 verwirklicht war, nennen
die Autoren "intelligente Toiletten", die den Urin analysieren,
Körpertemperatur, Gewicht, Blutdruck und Puls messen.
Vorgänge, die bei Davis und Davidson noch als künftige Entwicklungen
gesehen werden - Hypothekengenehmigung via Internet innerhalb
von 15 Minuten - sind schon fast möglich. Es dauert immer noch
48-60 Stunden, aber prinzipiell steht der Entwicklung kaum etwas
mehr im Weg.
Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig ein Buch wie Daniel Amors
zukünftige Internetstrategien ist. Das, was Amor hier noch als
künftige Entwicklung vorstellt, wird in weniger als zehn Jahren
Praxis sein. Es ist also Zeit, die Zukunft schon einmal gedanklich
vorauszunehmen.
Daniel Amor: Das Handy gegen Zahnschmerzen und
andere Geschäftsmodelle für die Dienstleister von morgen.
Bonn: Galileo Business 2002, € 34,90
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