|
Start
Artikel Ein
Avatar an der Bar
Schiffsmeldungen aus dem Datenmeer
Weblogs als neue Meinungsmärkte
Von Elvira Galtrup
Die
zentrale Idee der Weblogs ist den Logbüchern von Schiffen entlehnt.
Ein Weblog dokumentiert - nüchtern betrachtet - die Reisen durch
das Internet. Doch mit der Praxis der Weblogs entstehen Meinungsnetzwerke,
die für die Marktbeobachtung in nächster Zeit eine Rolle spielen
dürften.
Inhaltlich gesehen unterscheiden sich Weblogs kaum von Foren
oder Newsgroups. Dennoch gibt es einen großen Unterschied: In
der Regel sind Weblogs die Publikationen einzelner Personen. Damit
sind Veröffentlichung höchst subjektiv. Doch wer glaubt, das hier
nur das Ego des Autors befriedigt wird, tut der Idee und Praxis
von Weblogs unrecht.
Subjektive Sicht auf virtuelle Welten
Ein Weblog kann man als das individualisierte Pendant zu Meinungsmärkten
wie http://www.ciao.de betrachten.
Gerade der streng subjektive Filter der Blogs, das Interesse von
Netsurfern zu kommunizieren und ein wenig auch die Lust am Voyeurismus,
werden dieser Publikationsform in nächster Zeit noch breiten Zuwachs
bescheren.
Wenngleich es in den einzelnen Blogs - wie sie net-intern abgekürzt
werden - sehr subjektiv und menschelnd zu-geht, sind die Blogs
alles andere als nur egozentrisch. Mit ihren gegenseitigen Verweisen
auf weitere Blogs und den ausdrücklichen Dialog-Angeboten im eigenen
Blog entstehen Meinungs-Netzwerke. Oder, wie es kürzlich bei Dr.
Web zu lesen stand: "Was die Logs so interessant macht sind die
Menschen dahinter. Zwischen Leser und Schreibendem entsteht eine
Beziehung. Man tauscht sich aus, lernt sich kennen, macht Erfahrungen,
verändert sich, wie im wirklichen Leben."
Ein amerikanischer Autor sieht in den Weblogs eine faszinierende
Kommunikationsform, die oft einen Hauch von Hyde Park Corner verbreiten.
Warum Online-PR sich mit Weblogs beschäftigen sollte
Auch wenn weit mehr Weblogs "sinnlos" sind, so kann sich ein
kleines, aber feines Segment der anspruchsvollen Weblogs künftig
als Meinungsmarkt herauskristallisieren. Denn es publizieren in
Deutschland schon heute eine Reihe ambitionierter Amateure und
Profis, die hier ihre Gedanken zur Diskussion stellen.
Mit Thomas Jungbluth,
der für Computer-Zeitschriften schreibt, oder Peter Praschl, der
für eine Frauenzeitschrift tätig ist, stellen profilierte Autoren
ihre Meinungen und Ansichten über Gott und die Welt ins Netz.
Sie tun dieses nicht vordringlich, um Geld zu verdienen oder
Aufträge an Land zu ziehen, sondern um jenseits von Stilgrenzen
und Verlagsvorgaben zu veröffentlichen und zum Austausch anzuregen.
Der Autor wird hier gleichzeitig Herausgeber und Moderator.
Gerade frisch, im Februar 2002, haben nun die Berater und Autoren
Markus Stolpmann und Karina Matejcek mit http://www.edings.de
ein gemeinsames Weblog ins Netz gestellt. Und in diversen
deutschen Mailinglisten wird die Einrichtung gemeinsamer Weblogs
von Fachleuten diskutiert.
Noch etwas verschafft den Weblogs gegenüber Foren oder Messageboards
einen Vorsprung: Suchmaschinen können sie leicht indizieren. Und
so kann es kommen, dass ein Blog durch die Fokussierung, also
eine hohe Themen- und Schlagwortdichte aufweist, in den Suchergebnissen
lange vor einer Unternehmens-Website rangiert.
Das heißt: Blogs können im Internet eine Meinungsführerschaft
über ein Thema erlangen. Grund genug für PR-Abteilungen auch hier
mal ein Auge drauf zu werfen.
|
|
Online-Marketing-Praxis-Newsletter. Kostenlos, aber sinnvoll.
Jetzt anmelden.
Garantie:
Die Anmeldung ist garantiert kostenlos und verpflichtet Sie zu nichts. Wir
geben Ihre Daten niemals weiter. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.
Wenn Sie in Ihrem Newsletter persönlich angesprochen werden möchten,
füllen Sie die entsprechenden Felder aus.
*Dieses Feld müssen Sie
auf alle Fälle ausfüllen. Mindestens eines der Interessensfelder sollten
Sie ankreuzen.
|