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Artikel So
finden Sie den richtigen Preis
Strategie
So finden Sie den richtigen Preis für Ihre Produkte und
Dienstleistungen im Internet.
Teil 1: Was bestimmt den Preis?
Von Karsten Büttner
Eine
der großen Herausforderungen für Unternehmen, die im Internet tätig
sind, ist eine angemessene Preisstrategie zu entwickeln. Wenngleich
viele Faktoren bei der Preisgestaltung gleich oder ähnlich wie im
stationären Handel sind, so bedeutet die Tendenz zur Markttransparenz
eine Bedrohung des Preises. Zum anderen aber erlauben die neuen
Technologien Verfahren, um zum Beispiel Kunden zu segmentieren und
ihnen unterschiedliche Preise anbieten zu können. Sie lernen, welche
Möglichkeiten Sie bei der Preisgestaltung im Internet sinnvoll nutzen
können und welche Hauptaufgabe die jeweilige Strategie verfolgt.
I Was bestimmt den Preis?
- Art und Eigenschaft des Produktes
- Preisbereitschaft der Kunden
- Vertrauen der Kunden in Anbieter
- Mitbewerber
II Möglichkeiten der Preisgestaltung
- Preisstrategien
- Preisdifferenzierung
- Rabatte, Zusatzleistungen
I Was bestimmt den Preis?
1. Art und Eigenschaft des Produktes
Digital oder "real"?
Bei der Überlegung, Produkte über das Internet zu vertreiben,
ist zunächst einmal eine generelle Zuordnung nötig, ob das Produkt
digital oder "real" ist. Hier ergeben sich nämlich entlang der
Wertkette je nach Produkt-Eigenschaft unterschiedliche Möglichkeiten,
Kosten einzusparen.
Während die Herstellung eines digitalen Produktes erhebliche
Kosten verursachen kann, so sind die Kosten für die Erstellung
von Kopien und auch der Vertrieb meist marginal. Für beide
Produktarten gilt es aber grundsätzlich, die Wertketten zu ermitteln.
Schaffen Sie Kostentransparenz entlang der Wertkette
Bei der Preisermittlung sollten Sie zunächst analysieren, wie
die Wertkette der jeweiligen Produkte aussieht, d.h. welche
Kosten bei welcher Tätigkeit anfallen. Hier haben Sie dann
auch einen ersten Ansatzpunkt, den Preis über Kostensenkungen
zu beeinflussen. Beantworten Sie sich folgende Fragen:
- Welche einzelnen Tätigkeiten innerhalb des Prozesses (oder
Wertaktivitäten) kann ich ermitteln?
- Welche Kostenfaktoren können den jeweiligen Aktivitäten zugeordnet
werden?
- Welche Kosten davon sind fix und welche sind variabel?
- Wo und wie lassen sich Kosten senken?
- Wie hoch sind Ihre Margen bzw. wo ist die jeweilige Preisuntergrenze
bei den Produkten?
Senken Sie Kosten, indem Sie Dienstleistungen auslagern
Eine Kostensenkungsmöglichkeit besteht meist darin, Leistungen
auszulagern. Hier sollten Sie prüfen, inwiefern die Kooperation
mit externen Dienstleistern oder virtuelle Netzwerke für Sie einen
höheren Wert erwirtschaften.
Nehmen wir das Beispiel eines Internet-Shops. Hier kann z.B.
die Katalog- und Preispflege im eigenen Haus erfolgen, aber
die Abrechnung der online getätigten Käufe geschieht über einen
externen Dienstleister, der zum Beispiel auch das Risiko für
Zahlungsausfälle trägt.
Dieser nimmt für die Transaktionen eine vorher vereinbarte
Marge. Positiv wirkt sich hierbei aus, dass kein Personal im
Unternehmen für die Abrechnungen vorgehalten werden muss und
die Kosten klar zuzuordnen und planbar sind.
Gleiches gilt für die Logistik bei nicht-digitalen Gütern.
Angefangen vom Warenlager über den Versand gibt es auch in Deutschland
mittlerweile Lösungen, die zum eigenen Lager und Vertrieb eine
starke Konkurrenz darstellen.
Lebensdauer
Auch die angenommene Lebensdauer des Produktes findet seinen
Niederschlag in der Gestaltung durch den Anbieter und der Wahrnehmung
des Preises durch den Kunden.
Im Extremfall - bei Obst oder Gemüse - handelt es sich um eine
Ware mit geringer Haltbarkeit. Hier sinkt der Wert und damit der
Preis aufgrund der Produkteigenschaft je näher das verordnete
oder allgemein angenommene Verfalldatum rückt. Aber auch digitale
Produkte - Software - haben ihr "Verfalldatum". Dem
Druck der Weiterentwicklung kann sich ein Anbieter nicht einfach
entziehen, weil nach einem bestimmten Zeitpunkt das Produkt aufgrund
fehlender Kompatibilität nichts mehr wert ist. Wie hoch sind also
die Folgekosten für Anpassungen?
2. Preisbereitschaft der Kunden
Wahrgenommener Nutzen
Die Bereitschaft des Kunden, bei Ihnen ein Produkt zu einem bestimmten
Preis zu erwerben, hängt nicht allein davon ab, ob Sie einen niedrigen
Preis als Ihre Mitbewerber anbieten. Es ist der wahrgenommene
Nutzen oder der Wert, den das Produkt für den Kunden darstellt.
Nicht die größere Anzahl an "Features", sondern das, was der
Kunde für sich als das entscheidende Kriterium wahrnimmt, entscheidet.
Man kann es nicht oft genug betonen, dass diese Entscheidungen
nicht-rational geschehen. Es ist eine rein emotionale Entscheidung,
die über das einfache Muster von Mögen/Nicht-Mögen läuft. Tun
Sie also alles dafür, dass Ihr Kunde Ihr Angebot mag.
Bequemlichkeit des Angebots
Eine One-Klick-Bestellung bei Amazon kann ein Grund sein, eine
Musik-CD oder ein Video für einen höheren Preis einzukaufen. Ist
die mögliche Ersparnis bei einem anderen Anbieter niedriger als
die Suchzeit (= subjektives Kostenelement), wird ein höherer
Preis von vornherein akzeptiert. Dieses gilt insbesondere für
den Beschaffungsprozeß in Unternehmen. Im B2C-Handel können preissensitive
Kunden allerdings auch jenseits des Rationalen viel Zeit bei der
Suche nach vermeintlichen Schnäppchen verbringen.
Zusatzleistungen
Kostenfreie Belieferung oder Abbuchung der Rechnung erst nach
vier Wochen können ebenso einen subjektiv wahrgenommenen Mehrwert
darstellen wie die persönlichen Profile bei einem Buchhändler.
Da diese Präferenzen aufgrund der vorherigen Einkäufe ermittelt
wurden und anhand dessen Vorschläge für weitere Produkte entwickelt
werden, entsteht eine Wechselhürde zu einem anderen Buchhändler.
3. Vertrauen der Kunden in Anbieter
Entscheidender als ein niedriger Preis ist das wahrgenommene
Risiko des potenziellen Kunden. Ein bekanntes Unternehmen
hat dabei einen erheblichen Marktvorteil gegenüber einem zwar
preiswerteren, aber nicht-eingeführten Unternehmen. Kein Wunder
also, dass Unternehmen wie Amazon auf Aufmerksamkeit um jeden
Preis setzen. In der Folge entscheidet die Länge der Kundenbeziehung
und die Zufriedenheit des Kunden darüber, ob ein Angebot
des Mitbewerbers eine Chance bekommt.
4. Mitbewerber
Hat Ihr Produkt keine Alleinstellung, stellen Sie sich
die Frage, inwiefern Ihre potenziellen Kunden ein gleiches, ähnliches
oder ein Substitut-Produkt die Mitbewerbers als Alternative
ansehen könnten. Dabei wird es wesentlich darauf ankommen, wie
transparent Ihr Marktsegment generell ist und wie
übersichtlich es sich für mögliche Kunden darstellt.
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Teil
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