|
Start
Artikel
Wie Sie Öffentlichkeiten über Newsletter erreichen
Wie Sie Öffentlichkeiten über Newsletter erreichen
Von Karsten Büttner
Sein
Unternehmen in einer führenden Wirtschafts-Zeitung wieder zu finden,
ist für einige Presseleute das Höchste aller Ziele. Denkbar schwierig
ist es allerdings, Gnade vor der Redaktion zu finden. Leichter
ist der Zugang dagegen über Newsletter. Kaum ein Thema, für das
nicht ein Newsletter existiert.
Da Newsletter in der Regel unentgeltlich erstellt werden und
der Aufwand für das Texten nicht unerheblich ist, sind Beiträge
anderer Autoren, die ebenfalls kostenfrei schreiben, häufig gern
gesehen.
Um so erstaunlicher ist es, wie wenig Unternehmen davon Gebrauch
machen, über diesen Kanal eine qualifizierte Öffentlichkeit zu
informieren. Denn noch immer gilt: mehr Glaubwürdigkeit erhält
ein Unternehmen, wenn andere über es schreiben.
Die ADENION GmbH jedenfalls hat es begriffen. Ihr Hauptprodukt
sind Partner-Programm-Dienstleistungen. Quasi vorgelagert ist
ein Buch, das die Adenion GmbH selbst herausgibt und vertreibt.
Vor ein paar Tagen erhielt ich folgendes Schreiben:
Hallo Herr Büttner,
Ich würde Sie gerne für ein Thema begeistern, welches derzeit
im E-Business von grossem Interesse ist. "Affiliate Partnerschaften
als virtuelle strategische Allianzen im Internet".
Affiliate Programme (Partnerprogramme) sind zwar inzwischen
auch in Deutschand recht verbreitet, dennoch gibt es bisher
nur wenige Ansätze und Herangehensweisen, um Affiliate Marketing
als strategisches Business- Instrument einzusetzen.
Da dieses Thema vor allem im mittelständischen Bereich von
hoher Relevanz ist, würden wir Ihnen gerne einen redaktionellen
Beitrag für Ihren Newsletter bzw. Ihr Online Forum anbieten.
Die Marketingleiterin hat sich kundig gemacht, welche Medien
für das Thema in Frage kommen und zielgenau offenbar nur die angesprochen,
für die das Thema wirklich relevant ist. Und keine Frage: das
Thema ist für Online-Marketer wirklich relevant. Selbst wenn wir
den Artikel "nur" als Quelle nutzen, wird mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit die Firma als Beispiel für Dienstleistungen
im Partner-Programm-Bereich erwähnt. Bingo! Teilziel erreicht.
Man kann es aber nicht oft genug und deutlich sagen: Presse-
Arbeit bedeutet Arbeit, heisst Auswahl, zielgruppengerechtes Aufbereiten
der Texte und die Frage: wen interessiert mein Thema? (Treten
Sie mal einen Schritt zurück: Wenn Ihr Mitbewerber versuchen würde,
das Thema in die Medien zu bekommen, wäre es für Sie auch noch
ein interessantes Thema?) Nur, weil es einfach ist, über das Internet
tausende von Redaktionen per E-Mail zu erreichen, versuchen sollten
Sie so etwas nicht. Es sei denn, Ihre Erfolgsstrategie besteht
darin, durch Negativ-Schlagzeilen nach dem Motto "Any news is
good news" aufzufallen.
Gern genommen werden natürlich Artikel die ein Problem aufzeigen
und dann auch eine befriedigende Lösung anbieten können.
Hier kommen die absolut notwendigen Punkte, wenn Sie einen Artikel
platzieren wollen:
1. Es muss einen Grund für den Artikel geben. Sie brauchen einen
Aufhänger.
2. Das Publikum. Für wen ist der Text? Gesetzgeber, Meinungsmacher,
Kunden, Interessenten, Verkäufer, Spender, Investoren ...?
3. Formulieren Sie eine mögliche Problemstellung für die Leser,
die durch den Artikel gelöst oder teilweise gelöst werden kann.
Welche Erfolge lassen sich wo erzielen?
Es gibt zwei Arten von Newslettern. Die web-basierten und die
e- mail-gestützten. Die rein e-mail-veröffentlichten Newsletter
liefern nach meinen Erfahrungen tendenziell schnellere Ergebnisse.
Web-basierte Newsletter veröffentlichen ihre Lang-Texte auf der
Website. Lediglich der Hinweis auf den oder die neuen Artikel
mit Link wird per E-Mail-Newsletter verschickt. Diese Form der
Newsletter liefern zwar erfahrungsgemäss langsamere Ergebnisse,
aber wirken durch ihre längere Verfügbarkeit und Ansprechbarkeit
über Suchmaschinen auch länger.
Wo finden Sie E-Zines?
Beginnen Sie mit einer Schlüsselwortsuche, bis Sie einige gute
Newsletter lokalisiert haben. Über die folgenden Quellen finden
Sie Newsletter.
http://www.infoletter.de
http://www.lisde.de
Verbringen Sie eine zeitlang mit dem Vergleich konkurrierender
E- Zines, lernen Sie deren Themen und Stile kennen.
Versuchen Sie herauszufinden, wie viele Autoren bzw. Redakteure
für das Magazin arbeiten. Je weniger dafür zuständig sind, desto
grösser ist die Chance, dass Sie einen Artikel, der zielgruppengerecht
und im Stile des Newsletters geschrieben ist, unterbringen können.
Lassen Sie sich eventuelle Zugriffs-Statistiken oder Abonnenten-Zahlen
nennen. Entscheiden Sie aber nicht alleine nach der Zahl. Ein
Newsletter mit 150 Abonnenten, der sich an hochkarätige Investoren
richtet, kann erfolgreich sein, wenn es genau das Thema trifft.
Ein ähnliches Magazin mit 15.000 Abonnenten, aber an eine generell
an Finanzthemen interessierte Zielgruppe gerichtet, kann möglicherweise
weniger ausrichten.
Nehmen Sie Kontakt auf
Bevor Sie Texte schicken, ist es sinnvoll, die Herausgeber oder
Redakteure zu kontaktieren. Meist ist ein kurzer Telefonanruf
sinnvoller als eine E-Mail, um abzuklären, ob überhaupt ein Interesse
vorgeschlagenen Thema besteht.
Wann ist es sinnvoll, eine Pressemitteilung statt eines Artikels
zu schicken?
Gibt es eine gut ausgestattete Redaktion, die den Ehrgeiz hat,
eigens recherchierte Artikel zu veröffentlichen, kann es sinn-
voll sein, statt eines Artikels eine Pressemitteilung zu schicken,
die ein paar Leerstellen lässt, so dass interessierte Journalisten
nachfragen können und sollen.
Wenn diese Journalisten Sie anrufen oder anschreiben, haben Sie
nämlich noch ein paar Details in der Hinterhand, die der Journalist
dann einarbeiten kann. So wird aus Ihrer Pressemitteilung flugs
ein von einem Journalisten formulierter Artikel.
Nach der Veröffentlichung rufen Sie den Autoren an und bedanken
sich für den Artikel. Wenn es keine wirklich falschen Aussagen
gibt, halten Sie sich mit Kommentaren zurück, dass Ihnen oder
Ihrem Boss ein Zitat untergejubelt wurde oder ein Aspekt Ihres
Unternehmens zu wenig betont wurde. Wenn die Grundtendenz stimmt,
haben Sie Ihr Ziel erreicht.
Fragen Sie nach, ob der Journalist an dem Themenkreis noch weiter
Interesse hat. Liefern Sie ihm regelmässig ein paar Hinweise auf
weitere Quellen, interessante Studien oder Statistiken. Dieses
Material muss absolut gar nichts mit Ihrem Unternehmen zu tun
haben. Die Gründe für dieses Vorgehen sind einfach: Sie bauen
eine Beziehung zu einem Journalisten auf. Er weiss, dass Sie ihm
für seine Arbeit hilfreiches Material schicken, er bekommt ein
tieferes Verständnis für Ihr Thema. Und was glauben Sie, bedeutet
das für Folgeartikel?
Lesen Sie dazu auch unsere Artikel
PR-Grundlagen 1
PR-Grundlagen 2
PR-Grundlagen 3
Online-PR
Ein virtuelles
Pressezentrum aufbauen
Beispiel: Vorbildliches
Pressezentrum
Pressedienste nutzen
Newsletter für die PR nutzen
Online-PR strategisch nutzen
|