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Start   Artikel   Wie Sie ein virtuelles Pressezentrum aufbauen

Öffentlichkeitsarbeit im Internet. Teil 2: Wie Sie ein virtuelles Pressezentrum aufbauen.

Von Karsten Büttner

Ihr virtuelles Pressezentrum ist ein wenig wie die klassische Pressemappe, die den aktuellen Pressetext, Fotos und allgemeine Unternehmensinformationen enthält.

Aber das virtuelle Pressezentrum "kann" mehr. Deswegen sollten es mindestens die folgenden vier Basis-Elemente enthalten.

1. Kontaktmöglichkeit

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass Sie an prominenter Stelle auf einen persönlichen Kontakt per Telefon verweisen. Bei der Durchsicht einiger größerer und mittlerer Unternehmens-Sites fehlt eben genau dieses Element. Öffentlichkeitsarbeit ist keine, wenn Sie die Durchwahl "verstecken".

2. Allgemeine Unternehmensinformation

Ein allgemeiner Text über das Unternehmen gehört in Ihr Pressenzentrum. Er liefert Hintergrunddaten, die gerne in Nebensätzen zur Illustration erwähnt werden. Es sind zum Beispiel: Gründungsdatum, die Dienstleistungen oder Produkte, Anzahl der Mitarbeiter, Umsatzzahlen, Namen der Geschäfts- führer und gegebenenfalls anderer führender Köpfe.

3. Aktueller Pressetext

Ein Hinweis auf der Website kennzeichnet diesen Text besonders dann, wenn Sie auch ältere Pressetexte auf der Site zugängig machen. Er sollte in verschiedenen Längen und Formaten (siehe unten) zur Verfügung stehen.

4. Bilder, Illustrationen

Bilder, Grafiken und Illustrationen sind willkommene Zusatzelemente, um Ihre Aussagen zu unterstützen oder einfach, um Inhalte in einem Magazin entsprechend lebendig zu transportieren. Für den Download von Bilder ist die Angabe der Bildgrößen und eine Länge der Ladezeiten hilfreich.

Zusatzelemente

Es bietet sich an, Journalisten, Interessenten und Kunden weitere Informationen anzubieten, die alle das Ziel haben, Sympathien und Vertrauen für Ihre Unternehmung zu erzeugen.

1. Journalistenfragen

Ermöglichen Sie, dass Journalisten Ihnen Fragen stellen können. Sie können diese sammeln, auf Ihrer Website mit den entsprechenden Antworten veröffentlichen und als zusätzliche Informationen gegebenenfalls auch noch einmal an den Presseverteiler schicken.

2. Archiv mit älteren Presseinformationen

Hilfreich nicht nur für Journalisten ist ein kleines Pressearchiv. Für die meisten Unternehmen ist eine Datenbank wohl überflüssig. Es reicht hier eine Tabelle mit Links zu den entsprechenden Texten und Bildressourcen.

3. Pressespiegel

Haben Ihre Pressemitteilungen ein entsprechendes Echo gehabt, zeigen Sie es auf der Site. Es ist häufig ein zusätzliches Argument für einen Journalisten, wenn er sieht, dass die Konkurrenz schon (oder auch noch nicht) über Sie geschrieben hat.

4. Reports

Wenn Sie in der glücklichen Lage sind, ein Thema bedienen zu können, dass von einem allgemeineren Interesse ist, können Sie beispielsweise kleine Reports anbieten. Diese Art, um in die Presse zu kommen, oder um auch die Zielgruppe auf Ihre Website zu bekommen, nutzen insbesondere Unternehmensbera- tungen.

5. Untersuchungsergebnisse

Haben Sie vielleicht eine nennenswerte Umfrage gemacht? Veröffentlichen Sie deren Ergebnisse ebenfalls und geben Sie die wesentlichen Ergebnisse für die Öffentlichkeit frei.

"46% der deutschen Kleinunternehmen hat noch nie von XY gehört, obwohl insbesondere für diese Unternehmen diese Dienstleistung eine große Arbeitserleichterung verspricht. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung der Z-Firma im Rahmen einer Befragung von 500 repräsentativ ausgewählten Kleinunternehmen."

6. Fachartikel

Mit Fachartikeln können Sie entweder Ihre Pressemitteilungen unterfüttern oder mit der Verfügbarmachung und dem Recht auf freien Abdruck eine zusätzliche Aufmerksamkeit erlangen.

Welche Formate sollten die einzelnen Ressourchen haben?

Daher sollten Sie entsprechende Ressourcen auf Ihrer Website bereitstellen. Diese sollten so aufbereitet sein, dass sie einfach zu handhaben sind. Das heißt konkret: Gehen Sie von unterschiedlichen Standards aus. Redaktionen arbeiten in der Regel nicht mit Word-Textverarbeitungen. Bieten Sie die Möglichkeit, Texte einfach herunterzuladen und per E-Mail zuschicken zu lassen. Ziel sollte bei beiden Verfahren sein, dass die Texte möglichst über "Copy & Paste" in das jeweilige System zu übernehmen sind. Dafür eignen sich insbesondere:

  • RTF
  • TXT-Format

RTF hat die Vorteile,

  • dass diese Speichermöglichkeit in Textverarbeitungsprogrammen wie Word vorhanden ist
  • dass die Formatierungen (Textauszeichnungen) in anderen Programmen, auch bei der Übernahme auf Mac-Programme, beibehalten wird.

TXT-Format hat den Vorteil,

  • dass es auch von anderen Programmen relativ problemlos übernommen werden kann, wenn RTF einmal Probleme verursachen sollte. (Unserer Erfahrung nach ist das Format unproblematisch.)

Schnelle Kontaktmöglichkeit

Geben Sie außerdem die Möglichkeit zu Kommentaren und Rückfragen. Vielleicht stellt sich heraus, dass eine Reihe von Redaktionen ein bestimmtes Dateiformat bevorzugt. Den Vorschlägen sollten Sie möglichst nachkommen. Es erhöht einfach die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Mitteilung veröffentlicht wird.

Formalien einer Presseinformation

  • Absender-Angaben
  • Kontaktperson
  • Telefon, Fax, E-Mail
  • "Betreff": Knappe Kopfzeile mit Inhaltsangabe

Folgende Informationen in der Kopfzeile sind außerdem hilfreich:

  • Geben Sie die Möglichkeit, dass der Journalist Ihnen unaufwendig mitteilen kann, dass er an Ihren Informationen nicht interessiert ist. Gründe dafür könnten sein, dass er mittlerweile in einem anderen Ressort arbeitet. Dieses geschieht mit einem einfachen E-Mail-Link, der lauten könnte: keine_Infos@Ihre-Firma.de
  • Bitten Sie den Journalisten, Ihre Presse-Information gegebenfalls dem zuständigen Redakteur zu schicken. Damit tun Sie dem Journalisten und sich einen großen Dienst. Er bekommt keine für ihn irrelevanten Mitteilungen mehr, Sie wissen, dass er - da nicht zuständig - Ihre Informationen auch nicht verwenden wird.

Klingt aufwendig? Der englische Begriff Public Relations beschreibt genau dieses: Es geht um Beziehungen. Und die sind nun einmal aufwendiger als nur zu klicken. Auch im Zeitalter des schnelllebigen Internets gelten noch ein paar Gesetze aus prä-computeranischer Zeit.

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