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Adwords - Der Praxistest
Google Adwords - Der Praxistest
Von Karsten Büttner
Wie
gut funktionieren eigentlich Google AdWords in der Praxis? Was
lässt sich erreichen? Wie teuer kommt eine Kampagne im Vergleich
zu anderen Werbeträgern? Was lässt sich noch mit den AdWords herausfinden?
Für einen unserer Kunden haben wir eine Test-Kampagne mit Google-Adwords
durchgeführt. Ziel war es herauszufinden, ob und wie dieses Werbemittel
generell für das Thema wahrgenommen wird, ob die von Google zur
Verfügung gestellten Mittel und Hilfen ausreichend und tauglich
sind.
Um es vorweg zu nehmen: Das Experiment hat unsere Erwartungen
bezüglich Klickrate, Handhabbarkeit der Hilfen und Installation
der Kampagne erfüllt und teilweise übertroffen.
Die Ausgangslage
Unser Kunde ist Dienstleister im Gesundheitsbereich. Sein
Angebot wird nicht von Krankenkassen bezahlt. Wer sich für die
Dienstleistung entscheidet, zahlt für die Behandlung rund 300
Euro.
Da die Maßnahme auf ein weit verbreitetes Krankheitsbild abzielt,
die von der Schulmedizin bislang nicht ausreichend gut behandelt
werden kann, hat der Kunde hier eine gute Marktlücke entdeckt.
Das angewendete Verfahren ist erprobt, zuverlässig und bietet
offenbar hohe Heilungschancen.
Die Zwickmühle besteht jedoch darin, dass einerseits die außerordentlich
guten Behandlungserfolge im Marketing eingesetzt werden sollten,
andererseits Heilversprechen nicht gemacht werden dürfen.
Ziele
In einem ersten Schritt sollte die Dienstleistung bekannter gemacht
und ein Interesse an der Dienstleistung erzeugt werden.
Weitere Maßnahmen auf der Website sollten Besucher qualifizieren.
Da das Zwei-Mann-Unternehmen nur über ein sehr kleines Budget
verfügt, sollte dieses so effektiv wie möglich eingesetzt werden.
Die Kampagne sollte schnell anzupassen sein und eine Budgetierung
zulassen. Die Kampagne sollte auf den deutsch-sprachigen Raum
bezogen sein, also Schweiz und Österreich mit einbeziehen.
Zielgerichteter Suchverkehr sollte auf das neue Therapie-Verfahren
aufmerksam gemacht werden.
Maßnahmen-Auswertung
Die Google Adwords stellten für die Ziele ein optimales Werbemittel
dar.
Als Vorlaufkosten waren lediglich 5 Euro zur Einrichtung eines
Google-Kontos zu zahlen. Kein Mindestumsatz war erforderlich.
Mit Länder- und Sprachauswahl ließ sich die Kampagne optimal
ausrichten.
Die Installation der Kampagne war - nachdem die Anzeigen-Texte
und entsprechenden Lande-Seiten geschrieben und organisiert waren
- innerhalb einer Viertelstunde online! Alle für die Kampagne
notwendigen Schritte können im Selbst-Service-Verfahren vorgenommen
werden. So ist auch eine nachträgliche Veränderung von Anzeigentexten
schnell und unproblematisch möglich.
Für die Kampagne ließen sich verschiedene Schlüsselwort-Cluster
organisieren. Das heißt: nicht nur der einzelne Begriff Segeln,
sondern auch Surfen, Surfing, Surfbrett können in ein Cluster
aufgenommen werden, so dass eine Anzeige beim Aufruf eines dieser
gewählten Schlüsselwörter erscheint.
Da das Webanalyse-Tool keine ausreichenden Aufschlüsse über zu
wählende Suchbegriffe beziehungsweise Schlüsselworte gab, nutzten
wir Googles Keyword-Assistenten und die anhängige Statistik-Funktion.
In dieser Kombination erhielten wir brauchbare Ergebnisse.
Die Voraussagen über zu erzielenden Klicks wurden an jedem der
acht Test-Tage übertroffen. Beispielsweise waren für einen bestimmten
Themenkomplex 22 Klicks pro Tag vorausgesagt. Erzielt wurden zwischen
23 und 31. Dagegen lagen die voraussichtlich zu zahlenden Kosten
pro Klick durchschnittlich 40 Prozent niedriger, so dass das angesetzte
Höchstbudget zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd erreicht wurde.
Es war möglich, verschiedene Textvarianten von Anzeigen zu testen.
Die Anzeigenvarianten werden nach einem bestimmten Schlüssel der
Reihe nach eingespielt. Wir erhielten nach drei Tagen (manchmal
auch früher) ein deutliches Bild, welche Anzeigentexte bessere
Ergebnisse liefern.
Die Übermittlung der Ergebnisse (Gesamtklicks zum Thema, Klickrate,
effektive Zahl der Klicks, Kosten) konnte in Echtzeit nachvollzogen
werden.
Wir testeten verschiedene Anzeigentexte. Tendenziell zeigt sich,
dass die stilistisch nüchternen, rein informativen Texte bessere
Ergebnisse erzielten. Das mag am Thema selbst liegen. Meine Vermutung
ist allerdings eher, dass die Relevanz der Suchergebnisse der
Suchmaschine Google und die Werbeanzeigen in einem gewissen Zusammenhang
gesehen werden. Die Erwartung an Google wird offenbar auch an
die Anzeigen ("sponsored links") übertragen.
Was wurde für diesen Kunden im 8-Tage-Test erreicht?
Ergebnis Testkampagne 16. - 23. November
| Aufruf der Suchworte |
30.982 |
| Klicks |
495 |
| Klickrate |
1,6 % |
| Klickpreis |
0,11 € |
| Schaltkosten |
59,53 €* |
*incl. Einrichtungskosten von 5 €
Google AdWords und andere Werbeträger
Im Vergleich zur Newsletter-Anzeige oder gar gegenüber der Stand-alone
Mail erscheinen diese Kosten sehr niedrig.
Nehmen wir für eine Newsletter-Anzeige einmal an, dass
die gleiche Klickrate erzielt worden wäre. Dann hätten Sie einen
TKP von durchschnittlich 16 Euro zahlen müssen. Es wären rund
30.000 Kontakte nötig gewesen; das beliefe sich auf 480 Euro.
Die Newsletter-Anzeige birgt zudem noch verschiedene Risiken.
Denn der Anzeigenpreis wird unabhängig von der Klickrate fällig.
Eine einmal geschaltete Anzeige gilt in der Regel für mehrere
tausend Kontakte. Erreicht der Newsletter die Adressaten zu einem
falschen Zeitpunkt - Sie haben als Anzeigenkunde ja keinen Einfluss
auf den Versandzeitpunkt - kann die Klickrate erheblich sinken.
Google AdWords lassen sich zu einem beliebigen Zeitpunkt ändern
und anpassen.
Eine Stand-alone Mail hätte bei diesen Selektionskriterien
rund 900 Euro pro eintausend Kontakte gekostet. Selbst bei einer
hohen Responserate von 25 Prozent wären 2.000 Kontakte, also 1.800
Euro Etat notwendig gewesen.
Für den hier geschilderten Zweck waren Google AdWords der bessere
Werbeträger, weil
- das Krankheitsbild und deren Ausprägungen auch als Suchbegriffe
in einer hohen Zahl gesucht werden
- eine Dienstleistung (Krankheitsheilung) erwünscht und gesucht
werden
- die Anzeigen (sponsored links) eine praktische Ergänzung der
vielen Suchergebnisse darstellen.
- die Kosten für die Suchbegriffe (noch) recht niedrig sind
- die Anzahl der Mitbewerber für die Suchbegriffe vergleichsweise
gering ist
Sie sollten bei dieser Auswertung folgendes beachten:
- handelt es sich um eine Momentaufnahme
- die Preise für AdWords werden ansteigen und sind für einige
Schlüsselbegriffe bereits wesentlich höher.
- AdWords sind fast überhaupt nicht geeignet für erklärungsbedürftige
Produkte und Dienstleistung, die nicht mit Einzelbegriffen abfragbar
sind oder die in dieser Form kaum gesucht werden.
Google AdWords für Markterkundung
Google AdWords können auch hervorragend als Marktforschungs-Werkzeug
genutzt werden. Google ist die führende Suchmaschine für den deutschen
Markt. Sie kann als eine gute Folie genutzt werden, um Marktpotenziale
abzuschätzen.
Aus der Tabelle (Ergebnisse Testkampagne) können Sie ersehen,
dass zu unserem Themenkomplex fast 31.000 Mal innerhalb von 8
Tagen Suchanfragen gestellt worden sind. Auf einen Monat hochgerechnet
sind das mehr als 120.000 Aufrufe. Bleibt die Klickrate konstant,
so klicken allein durch die Anzeigen fast 2.000 Besucher auf die
Site.
Wir konnten anhand der detaillierten Auswertung feststellen,
welche Suchbegriffe häufiger und welche weniger häufig genutzt
wurden. Daraus kann resultieren, dass wir speziell zu einem Themenkomplex
mehr Informationen anbieten werden und einzelne Seiten im Hinblick
auf den Themenkomplex optimiert werden.
Was wir als nächstes testen
In einem zweiten Schritt werden wir unterschiedliche An-gebote
testen. Das heißt: wir werden zwei unterschiedliche URLs nutzen.
Eine Website wird als Verkaufsbrief positioniert, die zweite versucht
zunächst einmal Interessenten für ein kostenfreies E-Mail-Tutorial
zu gewinnen, in deren Folgen zunächst das Heilverfahren vorgestellt
und später versucht wird, Verkäufe zu generieren.
In einer der nächsten Ausgaben des Newsletters werden wir unseren
Testbericht fortsetzen und Sie über weitere praktische Erfahrungen
unterrichten.
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