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Artikel Site-Optimierung
eigentlich sinnvoll, aber ...
Aus der Praxis
Site-Optimierung eigentlich sinnvoll, aber ...
Von Karsten Büttner
Der
Fall: Ein Ein-Personen-Unternehmen mit kleinem Marketing- Budget
hat sich eine Website geleistet. Diese ist zwar grafisch ansprechend,
aber marketingtechnisch ein kompletter Reinfall. Die Frage: Neugestaltung
oder Verlagerung auf andere Marketingmittel?
Bei der Website handelt es sich um ein Weiterbildungsunternehmen
mit einem Nischenprodukt im kulturellen Bereich. Neben dem Online-Marketing
setzt der Kleinunternehmer auf Anzeigen in einschlägigen weiterbildungs-affinen
Zeitschriften, Öffentlichkeitsarbeit, Weiterempfehlung und, ein
wenig halbherzig, auf klassisches Direktmarketing.
Das Problem im Online-Marketing: Die Website wird von Suchmaschinen
überhaupt nicht gefunden. Die Gründe liegen im wesentlichen daran,
1. dass Frames verwendet werden
2. dass auf der Startseite für die Indizierung in den Suchmaschinen
kein relevanter Text zu finden ist.
Lediglich im nicht-sichtbaren Metatext sind einige Suchbegriffe
enthalten.
In dieser Form wird die Site nicht von Suchmaschinen gefunden.
Auch die Navigation und der Aufbau der Inhalte lassen zu wünschen
übrig. So ist ein Überblick über verschiedenen Angebote in einer
Unterseite versteckt und von der Startseite aus nicht direkt zugängig.
Das Springen zwischen Seiten und Inhalten wird dadurch erschwert,
dass eine durchgängige, sinnvolle Navigation fehlt.
Selten wird sich jemand aufgrund der Website sofort für eine
Ausbildung entscheiden. Er muss nachdenken, vergleichen, abwägen.
Ist aber beispielsweise das Ausdrucken von Informationen nicht
praktikabel - das ist bei der Site der Fall - so hat der Interessent
schon gar keine Möglichkeit, etwas zur Erinnerung und Entscheidung
zu erhalten.
Die Anforderung eines gedruckten Curriculums erfordert das zeitraubende
Ausfüllen eines Kontaktformulars. Es gibt eine Reihe von Faktoren,
die es einem Interessierten auf der Site erschweren, Informationen
zu erhalten und seine Fragen beantwortet zu bekommen.
Kosten der Website-Optimierung
Was wäre zu tun, um die Site nutzerfreundlich, in den Suchmaschinen
findbar zu machen? Und was müsste mindestens investiert werden?
- Analyse der Website (11 Seiten)
- Neukonzeption und Neuaufbau der Website, neue Navigation
- Umbau von Frames auf Tabellen
- Bisherige Inhalte neu einfügen, ggf. neu formatieren
- neue Texte, suchmaschinentauglich, kundenorientiert, nutzerfreundlich,
ca. 5-6 Seiten
- Projektsteuerung
Gesamt 3.000 Euro
Mit sehr viel Wohlwollen und Nutzung studentischer Arbeitskraft
sowie einiger Eigenarbeit des Betreibers ließe sich die Website
für ein Budget von 3.000 Euro überarbeiten. Doch lohnt sich die
Optimierung?
Anzeigen statt Website-Optimierung?
Man könnte - wenn es nur darum ginge, im Internet mehr Aufmerksamkeit
zu bekommen - besser eine Suchmaschinenwerbung in Suchmaschinen
wie Google oder Overture schalten.
Die Suchmaschine Google liefert für die Suchbegriffe dieser
speziellen Weiterbildung eine Prognose. Die lautet, dass
die Anzeige ca. 2.300 mal im Jahr angeklickt würde. Der Preis
pro Klick beträgt durchschnittlich 10 Cent. Damit würden etwa
230 Euro pro Jahr für Aufmerksamkeit ausgeben.
Vergleicht man das mit den Kosten von 3.000 Euro für die Überarbeitung
der Website, so muss der Vergleich selbst bei einer Verteilung
der Kosten auf 3 Jahre schlecht ausfallen. 3.000 Euro geteilt
durch 3 ergibt pro Jahr 1.000 Euro. Selbst mit der Erstellung
einer guten Landeseite und diversen Tests lägen die externen Berater-
und Gestaltungskosten noch weit unter einer kompletten Neugestaltung.
Bewertung der Kosten
Kurzfristig lohnt die Optimierung der Site im Hinblick auf eine
blosse Findbarkeit in den Suchmaschinen nicht. Hierfür gibt es
kostengünstige Alternativen wie Google Adwords.
Um entscheiden zu können, ob oder wann es sich lohnt, diese Investition
als Kleinunternehmen zu tätigen, muss man also zunächst wissen,
was man in etwa für Werbemittel ausgeben müsste, um einen vergleichbaren
Aufmerksamkeitswert wie mit einer optimierten Website zu erreichen.
Mittelfristig lohnt eine Überarbeitung, wenn dabei eine Prozessoptimierung
stattfindet.
Prozessoptimierung meint, dass Leute nicht nur einmalig auf eine
Site aufmerksam gemacht werden sollen. Sie müssen die gewünschten
Informationen leicht und sofort bekommen. Und die wirklich Interessierten
müssen über längere Zeit gehalten werden können.
Eine Marketingaufgabe ist es, diese in einen E-Mail-Verteiler
zu bekommen, um sie regelmässig anschreiben zu können. Das kann
ein Newsletter sein oder ein automatisch verschicktes Tutorial.
Ziel dabei ist es, aus irgendwie Interessierten Interessenten
zu machen.
Wenn aus der Vielzahl derer, die sich für die Weiterbildung interessieren,
die herausgefiltert werden, die als ernsthafte Kandidaten für
Ihre Ausbildung in Frage kommen, hat man schon die Hälfte des
Weges im Marketing zurück gelegt. Denn nun kann man den größeren
Teil der Werbegelder auf diejenigen aufwenden, die wirklich interessiert
sind und den geringeren Teil, um neue Interessenten zu gewinnen.
Fazit
Gerade Kleinunternehmen tun gut daran, sich im Vorfeld beraten
zu lassen, wie eine aus Marketingsicht optimale Website aussieht.
Die Honorare dafür liegen weit unter denen einer nachträglichen
Optimierung.
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