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Ihre Informations-Architektur zum Verkaufserfolg beiträgt
Mit Informations-Architektur zum Verkaufserfolg. Teil 2
Wie Ihre Informations-Architektur zum Verkaufserfolg beiträgt
Von Karsten Büttner
Wie
schnell ein Nutzer zur gewünschten Information kommt, entscheidet
über den Verkaufserfolg. Daher ist es wichtig, die Inhalte einer
Website auf die jeweiligen Interessenslagen auszurichten und anzuordnen.
Mit der Informations-Architektur legen Sie die Grundlagen für
eine erfolgreiche Kommunikation. Oder kurz: Informations-Architektur
ist Vorverkauf.
Verschiedene Untersuchungen haben ergeben, dass zum Beispiel
die Käufe von Produkten auf kommerziellen Seiten mit der Anzahl
der angeklickten Seiten negativ korrespondieren. Je mehr Seiten
ein Anwender sich angeschaut hat, desto seltener oder weniger
hat er gekauft. Warum? Wer im Internet kaufen will, ist entweder
vorinformiert und will geradewegs kaufen oder er erwartet von
der Website schnellverfügbare kaufrelevante Informationen.
Vier Kriterien zur Aufbereitung der Information
Vier Schlüsselkriterien sind wichtig, wenn Sie die Informationen
auf Ihrer Website kundengerecht aufbereiten wollen:
- Legen Sie fest, wer wann welche Informationen bekommt
- Entscheiden Sie, wie Informationen verteilt und präsentiert
werden
- Gliedern Sie Inhalte in sinnvollen Gruppen und benennen Sie
diese
- Stellen Sie Beziehungen zwischen Informationen her
1. Legen Sie fest, wer wann welche Informationen bekommt
Wenn der Kunde ein spezifisches Thema sucht - sagen wir Produktinformationen
zu Videorekordern - dann lenken ihn die weiteren Möglichkeiten,
Videokameras, Tuner, Bildschirme etc kaufen zu können, von seinem
aktuellen Informationsinteresse ab. Eine Überblicksseite sollte
daher auf die spezifischen Inte-ressen abgestimmt sein.
- Sinnvoll ist es, zwischen Vor-Informierten und Neulingen zu
unterscheiden.
- Wer generell wissen will, was es mittlerweile auf dem Markt
für Möglichkeiten gibt, kann auf einen Überblicksartikel klicken
oder sich mit einem virtuellen Berater "unterhalten".
- Wer technisch orientiert ist, lässt sich eine Übersicht von
Rekordern anzeigen, die die Details in einer Tabelle präsentieren.
- Wer preisorientiert ist, kann entsprechende Vorgaben machen
und bekommt eine entsprechende Auswahl angezeigt.
- Wer eine schnelle Suche vorzieht, nutzt die interne Suchmaschine.
2. Entscheiden Sie, wie Informationen verteilt und präsentiert
werden
Es kommt im wesentlichen darauf an, was Sie verkaufen und wie
komplex die Informationen sein müssen. Oberste Prämisse bei der
Präsentation ist daher, so viel wie nötig, so wenig wie möglich
auf einmal an Informationen zu geben.
Kaufinformation muss so angeordnet sein, dass der potenzielle
Kunde die wesentlichen Fragen zum Produkt
- erfüllt das Produkt meine Anforderungen?
- wie teuer ist das?
ohne zusätzliches Klicken beantwortet bekommt.
Es schadet nicht, Referenzen klickbar zu machen, um eine Geschmackssicherheit
beim Interessenten zu erzeugen.
- Bieten Sie CDs oder Hörbücher an, ist es selbstverständlich,
dass Sie Hörproben anbieten.
- Wird Ihr Produkt erst durch individuelle Komponenten erstellt,
ist ein Kostenrechner unerlässlich.
- Haben Sie eine breite Palette an Kombinations-Möglichkeiten
oder eine große Auswahl an - sagen wir - Videokameras, dann
kann ein virtueller Berater für Standardsituationen eine recht
gute Unterstützung bieten. Wenn es aber darüber hinaus noch
weitere Fragen gibt, helfen ein Call Back Button (telefonisches
Rückruf-Angebot) oder sogar ein Live-Support Chat, bei dem ein
Berater den Interessenten durch die Website begleitet und gegebenenfalls
bei der Bestellung hilft.
Ziel auf einer Website, die zum Beispiel Unterhaltungselektronik
verkauft, muss es sein, die Komplexität zu entflechten. An die
Stelle von beliebiger Hyperstruktur, die ein Springen von einem
Info-Bit zum nächsten ermöglicht, treten Informationspfade, die
zwar verschiedene Abzweige ermöglichen, aber immer zielgerichtet
zum Kauf führen sollten.
Um Noch-Nicht-Käufern die Möglichkeit zu geben, das Produkt zum
gegebenen Zeitpunkt schnell zu erstehen, sollten Sie auch die
Möglichkeit des Vormerkens einrichten.
3. Gliedern Sie Inhalte in sinnvollen Gruppen und benennen Sie
diese
Das menschliche Gehirn ist bei der Aufnahme von Information
gewissen Begrenzungen unterworfen. Daher muss die Informations-Architektur
dieses reflektieren, indem sie bei der Gestaltung darauf achtet,
die Informations-Einheiten für das Kurzzeit-Gedächtnis
auf vier bis sieben zu beschränken.
Wenn Sie zum Beispiel davon ausgehen, dass ein Besucher die Informationen
auf Ihrer Website nicht von vorne bis hinten durchliest, sondern
herunterlädt und ausdruckt, ist es sinnvoll, Seiten mit logischen
Einheiten zu belegen. Die Länge solcher Informations-Einheiten
sollte bei ein bis drei Seiten liegen. Kleinere Einheiten machen
wenig Sinn, weil der Leser zu oft klicken muss, sehr lange Texte
werden schnell unübersichtlich.
Auch wenn Ihr Leser die Informationen mit großer Wahrscheinlichkeit,
wenn sie für ihn relevant ist, ausdrucken wird, muss sie auf der
Website so präsentiert sein, dass er die Relevanz für sich schnell
"online" - also im Scan-Verfahren - erfassen kann.
Wenn Nutzer mit neuen Informationen konfrontiert werden, fangen
sie an, mentale Modelle zu bauen. Das heißt, sie verbinden
ihre vorhandenen Kenntnisse und Erfahrungen mit Annahmen über
das, was sie vorfinden. Der Erfolg Ihrer Website wird also stark
davon abhängen, in wie weit Sie die Erwartungen Ihrer Nutzer auf
Ihrer Website erfüllen können.
Konsistente Methoden, wie Informationen gruppiert, geordnet
und benannt und grafisch umgesetzt werden, erlauben es den Nutzern
ihr Wissen auszubauen, ohne dass sie alle Ihre Seiten schon vorher
einmal gesehen haben müssen.
Fehlende (Sub-)Navigationen auf Seiten kann z.B. dazu
führen, dass Nutzer frühzeitig "aussteigen", weil sie nicht mehr
wissen, an welcher Stelle sie sind und wie viel Information noch
folgt. Lassen Sie Ihre Besucher nie im Unklaren darüber,
auf welcher Seite er sich befindet, woher er kam und wohin er
gehen kann.
4. Stellen Sie Beziehungen zwischen Informationen her
Legen Sie fest, welche Informationen höchste Wichtigkeit haben
und generellerer Natur sind. Sie kennen das Prinzip vielleicht
schon: Es ist die invertierte Informations-Pyramide. Die
Wichtigkeit nimmt von oben nach unten ab. Es ist besser, den Besucher
zunächst mit größeren Einheiten zu konfrontieren und dann über
Sub-Menüs eine Feinsteuerung der Informationen zu ermöglichen.
Ziel sollte es sein, eine tatsächlich vorhandene Komplexität
auf der Oberfläche nicht aufscheinen zu lassen. Vielmehr sollte
intuitives Erfassen der Strukturen im Vordergrund
stehen. Dabei schadet es nicht, sich an Vorbildern zu orientieren.
Es kommt nicht darauf an, besonders originell zu sein, sondern
mit bekannten Mustern (Links sind blau unterlegt) dem Besucher
Sicherheit im Umgang zu vermitteln.
Analysieren Sie Funktion und Ästhetik Ihres Entwurfs
Haben Sie in einem ersten Schritt ein Organisations-Modell fertig,
überprüfen Sie die Praktikabilität, Effizienz und die Ästhetik
Ihres Modells. Das Ziel Ihrer Anstrengungen sollte es sein, eine
Menü- bzw. Seiten-Hierarchie zu schaffen, die Ihren Besuchern
natürlich vorkommt.
Das Beste ist es nun, erste Tests mit Besuchern zu machen, ob
Ihre gewünschten Ziele und die der Besucher erfüllt werden. Nehmen
Sie dazu nicht Ihre Mitarbeiter, sondern wirklich Externe, die
weder Insider-Wissen haben noch Vorbehalte bei Meinungsäußerungen
zeigen.
Hören Sie im Zweifel auf Ihre Nutzer. Denn die müssen mit Ihrer
Website gut klar kommen, damit Sie sie als Kunden halten können.
Diese für Unternehmen zunächst mal als zusätzliche Kosten erscheinenden
Investitionen machen sich schnell bezahlt, wenn im Frühstadium
einer möglichen Fehlentwicklung entgegen gesteuert werden kann.
Fazit
Sie müssen bei der Anlage Ihrer Website Komplexität entflechten,
größere logische Einheiten bilden und gleichzeitig den Nutzer
mit drei Klicks von der Homepage aus zum Gewünschten geleiten
können.
Es gilt, für den Nutzer intuitiv erkennbare Strukturen zu schaffen
und ein Orientierungsrahmen zu schaffen, der dem Surfer Sicherheit
gibt.
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