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Stichworte: Newsletter, Versandsoftware, Auswahlkriterien, E-Mail-Marketing

10 Kriterien für die Auswahl einer Newsletter-Versandlösung

Von Karsten Büttner

Allein im deutschsprachigen Raum gibt es weit über 80 Newsletter-Versandlösungen. Die Frage, welche die richtige für ein Unternehmen ist, hängt von zwei Kriterienkomplexen ab: welche Anforderungen muss eine Versandlösung auf alle Fälle (aus organisatorischen, Marketing- und juristischen Gründen) besitzen und welche speziellen Anforderungen hat ein Unternehmen.

Abzuwägen haben Unternehmen, zu welchen Zwecken sie zur Zeit und in Zukunft einen Newsletter einsetzen. Wo es darauf ankommt, ab und an "nur" Informationen an ein paar tausend Abonnenten zu verschicken, ist eine einfache Versandlösung ausreichend.

Wer jedoch einen Online-Shop betreibt, will wissen, wie hoch die Responseraten auf seinen Newsletter sind, wann der beste Versandtag ist, welche Produkte oder Produktgruppen besonders interessieren oder will auf Knopfdruck wissen, wie hoch der Return on Invest bei einem Aussand ist. Für diese Anwender kommen nur noch wenige der rund 80 Versandlösungen in Frage.

1. Einfache Verwaltung der Adressen

Wer jemals einen Versand von mehr als 200 E-Mails aus seiner Datenbank heraus oder gar mit Outlook gemacht hat, weiß, was es bedeutet, Adressen verwalten zu müssen. Da können E-Mails nicht zugestellt werden, weil das Mail-Konto des Empfängers gerade überfüllt ist oder eine fehlerhafte Adresse aufweist. So ein Versand kann statt weniger Sekunden oder Minuten mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Haben Sie keine Newsletter-Versandlösung, wird die Verwaltung noch umständlicher, wenn Sie auf Ihrer Website einen Newsletter anbieten. Denn nun müssen Sie die Adressen Ihrer Interessenten selber in Ihre Datenbank ein- und austragen.

Genereller Anspruch an eine Versandlösung ist, dass eine einfache Verwaltung des Adressbestandes möglich ist. Das betrifft zum einen die Anmeldung. So sollte Single -, Confirmed - und Double Opt-In möglich sein. Auch die Abmeldung sollte für den Nutzer so einfach wie möglich sein.

Muss ein Nutzer erst auf eine Abmeldeseite der Website gehen und wissen, mit welcher E-Mail-Adresse er sich im Verteiler befindet, so mag das zwar juristischen Ansprüchen gerade noch genügen, aber es ist nutzer-unfreundlich. Am besten ist es, wenn ein Klick auf einen Abmeldelink ausreicht, um aus dem Verteiler zu kommen.

Versender, die jetzt noch eine E-Mail-Nachricht über die erfolgreiche Austragung schicken, geben dem Nutzer zusätzlich Sicherheit. (Nebenbei kann so eine Nachricht auch noch einmal verkaufstechnisch genutzt werden, sei es, dass Sie sie sich bedanken, sei es, dass sie darauf hinweisen, was derjenige verpassen wird.)

Wer seinen Nutzern noch mehr bieten will, kann es dem Abonnenten erlauben, Angaben selber zu ändern und zu ergänzen. Hier können nicht nur neue E-Mail-Adressen, sondern auch weitere Angaben zur Person, zu Vorlieben des Versands (HTML- oder Text-Mail), zu Themen und noch viel mehr gemacht werden.

2. Gewähr, dass die Mails auch ankommen

Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden unerwünschten E-Mails sind Softwarelösungen vonnöten, die im Einklang mit Provider- Regeln stehen. Das heißt: eine Versandlösung, die nicht beachtet, dass bestimmte formale Kriterien von ISPs (Absenderangaben und Adressatengestaltung) zum Versandausschluß führen können, werden mittelfristig nichts mehr am Markt zu melden haben. In der Regel muss solch eine Frage in einem direkten Gespräch mit dem Versender geklärt werden, weil dieses Kriterium m.W. selten öffentlich diskutiert wird.

3. Bouncehandling - die Verwaltung nicht zustellbarer Mails

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Verwaltung von nicht zustellbaren E-Mails. Hierbei muss man zwischen zeitweilig nicht erreichbaren Adressen (Serverausfall, volles Mailkonto) und dauerhaft nicht mehr ansprechbaren Adressen (Auflösung des Mailkontos, Mitarbeiter arbeitet nicht mehr im Unternehmen o.ä.).

Zu fragen ist auch, wie die Versandsoftware die sogenannten Bounces behandelt. Wie oft werden die zeitweilig nicht erreichbaren Adressen nochmals angeschrieben, was passiert mit den dauerhaft nicht erreichbaren Adressen: werden sie automatisch gelöscht oder stehen sie in einer getrennten Datenbank zur Weiterverarbeitung zur Verfügung?

4. Datenaustausch

Haben Sie parallel zu Ihrer Kundendatenbank eine Newsletter- Datenbank, so benötigen Sie auf alle Fälle einen Möglichkeit des einfachen Datenaustauschs. In der Regel ist dieser Austausch mindestens über komma-getrennte Datensatz-Übergabe möglich. Doch hier gibt es erfahrungsgemäß in der Praxis bei einigen Lösungen Probleme.

So kann es vorkommen, dass der Import von Daten aus einer externen Datenbank in eine Newsletter-Software theoretisch möglich ist, aber praktisch erschwert wird. Beispiel: eine einzelne falsche E-Mail-Adresse lässt den gesamten Daten-Import scheitern .

Online-Shop-Betreiber werden aber kaum mit einer einfachen Im- und Export-Funktion auskommen. Hier ist eine stete Synchronisation - also ein Datenaustausch in zwei Richtungen - notwendig. Dieses Kriterium wird allerdings nicht mehr von sehr vielen Lösungen abgedeckt.

5. Marketingfunktionalitäten

Der Newsletter als Teil von Direct Marketing-Aktivitäten sollte sinnvolle Meßergebnisse liefern.

Während die Öffnungsrate von Newslettern einen begrenzten Aussagewert hat, so ist die Klickrate für Artikel eine sinnvolle Messlatte dafür, was den Leser wie stark interessiert.

Die Messung, wie erfolgreich eine Akquise-Kampagne von neuen Abonnenten gewesen ist, erfordert, dass Anmeldungen (auch) pro Tag ausgewiesen werden können. Eine Übersicht, wie viele Abonnenten Sie pro Monat neu gewonnen und wie viele sich abgemeldet haben, kann Ihnen generelle Hinweise liefern, wie attraktiv Ihr Newsletter ist.

Hilfreich ist es für viele Anwender, wenn diese Angaben bereits von der Versandlösung tabellarisch und grafisch aufbereitet werden können. Wer eigene Reportings erstellen möchte und Daten weiterverwenden will, wird sich über eine Softwarelösung freuen, die einen Export der Rohdaten ermöglicht.

6. Gestaltung

Ob eine Software auch HTML verschicken kann, sollte keine Frage mehr sein. (Wer personalisierte PDFs verschicken will, der wird allerdings schon etwas suchen müssen.) Bei den Softwarelösungen gibt es jedoch große Unterschiede, wie komfortabel die Erstellung von HTML-Mails ist. Setzen einige Anbieter gänzlich auf eine externe Erstellung, stellt eine weitere Gruppe von Anbietern einfache HTML-Editoren. Bequem wird es jedoch dann, wenn Mustervorlagen erstellt und im Offline-Bereich der Newsletter bereits erstellt werden kann.

7. Dynamische Inhalte und Personalisierung

Für Unternehmen mit umfangreichen Produktgruppen ist sicherlich eine dynamische Inhaltsgenerierung der Newsletter ein gute Option. Hierbei kann ein Abonnent auswählen, zu welchen Themen (oder Produktgruppen) er ausschließlich Informationen haben möchte.

Softwarelösungen, die hier eine offene Struktur aufweisen, ermöglichen dabei zum Beispiel eine flexible Anpassung von Angeboten. So kann ein zeitlich limiertes Angebot automatisch durch Datenfelder erzeugt und leicht verändert werden.

In diesem Zusammenhang spielt Personalisierung eine herausragende Rolle. Wer seinen Newsletter wie eine Zeitung versteht, verzichtet auf eine persönliche Anrede. Wer den Newsletter als Kundenbindungsinstrument einsetzt, wird auf alle Fälle eine personalisierte Ansprache wählen, weil sie nachweislich mehr Response im Direct Marketing ermöglicht.

Bei der Personalisierung steckt Teufel natürlich im Detail. Wenn Ihre standardisierte Anrede *Sehr geehrte/r ...* lautet, so kommt es darauf an, was eine Softwarelösung anbietet, wenn das Namensfeld bei der Anmeldung freigeblieben ist. Wäre es wünschenswert, dass bei einem nicht vorhandenen Namen, eine Anrede wie *Sehr geehrter Interessent* statt *Sehr geehrter ___,* erzeugt wird, können einige Anbieter dieses nicht.

Das ist dann kein Problem, wenn Sie mit der Lösung, *Guten Tag, ,* arbeiten können und mögen.

8. Inhouse- oder ASP-Lösungen

Die Frage, ob eine Inhouse- oder ASP-Lösung in Frage kommt, muss sorgfältig abgewogen werden. Wer seine Daten nicht außer Haus wissen möchte, muss möglicherweise mit einem höheren Aufwand bei der Datensicherung und -pflege sowie Anpassung der Versand- Software rechnen müssen.

9. Kosten

Komplexität von Lösungen und Folgekosten

Beim Vergleich von Systemen spielt außerdem noch eine Rolle, wer komplexe Lösungen verwalten und betreuen kann. Notwendige Schulungen können eine vordergründig preiswertere Lösung schnell in mittelfristig teure Abhängigkeit bringen.

Erfahrung und Service

Eine langjährige Erfahrung eines Unternehmens kann ein gutes Argument sein, auch eine zunächst teurer erscheinende Lösung zu akzeptieren.

Newcomer haben dagegen den Vorteil, dass sie sich oft viel stärker um einen Kunden bemühen als ein alteingesessener Anbieter. Da werden schon einmal über Nacht Anpassungen vorgenommen, für die ein arriviertes Unternehmen nicht nur länger gebraucht, sondern auch kostenpflichtig gehandelt hätte.

Entscheidend neben der Zuverlässigkeit einer Software-Lösung ist schließlich der Fall X. Was passiert, wenn mal etwas schief geht? Wie schnell und wie kompetent ist der Support? Was ist im Service enthalten?

10. Offenheit und Erweiterbarkeit

Gerade für größere Unternehmen wird eine flexible Anpassung von Versand-Lösungen wichtig sein. Die vordergründig höheren Kosten beim Lizenzerwerb können dann schon wieder gerechtfertigt sein, wenn man um die Folgekosten einer erneuten Systemumstellung weiß, wenn die gekaufte Lösung nicht mehr ausreicht.

Studie zu Versandsoftware für den Mittelstand

Torsten Schwarz und Gabriele Braun haben in einer im Juni 2003 veröffentlichten Studie erstmals eine umfangreiche Zusammenschau der deutschsprachigen Software-Anbieter geliefert. 51 der über 80 Lösungen haben die Autoren einer genaueren Bewertung unterzogen.

Allein die Fleißarbeit eines Marktüberblicks und die Zusammenschau der Lösungen ist den Preis der Studie wert. Jede eigene auch nur annähernd halb so umfassende Recherche würde die Kosten weit übersteigen.

Darüber hinaus geben die beiden Fachleute dem Leser präzise und ausführliche Informationen zu den oben genannten und noch weiteren Bewertungskriterien für Versandsoftware. Und sie fanden heraus, dass einige der preiswerten Versandlösungen durchaus umfangreiche Funktionalitäten bereit halten.

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Diese Studie ist mittlerweile veraltet. Wenn Sie nach einer Versandslösung suchen, können wir Ihnen auf unserer Site www.der-newsletter-experte.de gerne helfen.

 

 

 

 

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