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Mit Informations-Architektur zum Verkaufserfolg. Teil 1

Wie Sie Ihre Online-Kommunikation organisieren

Von Karsten Büttner

Die richtige Information zur richtigen Zeit - das ist das Ziel einer guten, zielorientierten Marketingkommunikation. Um dieses Ziel im Internet zu erreichen, ist es gut, Ihren Dialog im Netz zielgerichtet zu planen. Dazu dient die Informations-Architektur. Sie ist das Pendant zur Planung eines gut funktionierenden Supermarktes. Denn hier sind die Gänge in einer bestimmten Weise angeordnet, stehen die Waren in einer bestimmten Abfolge, werden die Informationen so präsentiert, dass sie verkaufsfördernd sind. Sie erfahren hier, was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihre Website planen.

Informations-Architektur beschäftigt sich zum einen damit zu definieren,

  • was eine Website für Aufgaben zu erfüllen hat
  • welche Inhalte die Site haben soll
  • wer die Nutzer sind
  • welche Anforderungen die potenziellen Nutzer haben und diese mit den Interessen des Unternehmens in Einklang zu bringen

In der Praxis legt die Informations-Architektur genau fest,

  • wie die Organisation des Wissens
  • die Navigation
  • Benennung der Navigation und Seiten
  • Findbarkeit von Informationen

erfolgen soll.

Generelle Ziele und Aufgaben festlegen

In einem ersten Schritt halten Sie fest, welches Ziel (welche Ziele nach Wichtigkeit gegliedert) Ihre Website und Ihre damit verbundene Online-Kommunikation haben soll. Dieses ist keine triviale Aufgabe. Da an der Erstellung einer Website in der Regel mehrere (viele) Personen beteiligt sind, ist die Formulierung der Ziele essenziell wichtig.

Diese Zielfestlegung ist Chefsache. Geschäftsführung und Marketingabteilung entscheiden, was wichtig ist. Sie sind es, der wissen muss, welche Aufgabe eine Website in der gesamten Unternehmenskommunikation haben soll. So kann es sein, dass Sie beschließen, dass die Website ausschließlich dem Vorverkauf dient. Hier reichen Produktinformationen und Händlernachweise. Die Aufgabe, Vertrauen zu erzeugen und letztlich den Verkaufsabschluss herbei zu führen, entfällt für diese Ausrichtung.

Lautet das Ziel dagegen: "Wir wollen auf unserer Website Produkte verkaufen", dann benötigt das Unternehmen alle Schritte von "Interesse wecken" über "Vertrauen bilden" bis "Verkauf ermöglichen". Wo es innerhalb zum Beispiel des Verkaufsprozesses zunächst einmal notwendig ist, Interesse zu wecken, müssen Sie überlegen, mit welchen Mitteln Sie auf und außerhalb der Website diesen Prozess gestalten. Steht die Zielformulierung, lassen sich im Laufe des Entwicklungsprozesses verschiedene Kommunikations-Möglichkeiten entwickeln. So könnte es zu einem späteren Zeitpunkt heißen:

Interessierte haben die Möglichkeiten, einfache Produktanfragen an produktinfo@unserefirma.de zu stellen. Sie erhalten über ein weitgehend automatisiertes Antwortsystem die erforderlichen Informationen. Sie können außerdem im Forum mit anderen Kunden in Dialog treten.

Um aus Interessierten Kunden zu machen, bieten wir a) einen Benachrichtigungsdienst für neue Produkte oder Angebote, b) einen Newsletter

Kunden können sich im Forum über spezifische Anwendungen unseres Produktes austauschen und gegebenenfalls Verbesserungen vorschlagen.

Kunden steht zudem eine auf Ihr Produkt bezogene Supportfunktion auf der Website zur Verfügung.

Mit unserem Chatraum wollen wir insbesondere die jüngeren Kunden an unsere Produkte binden.

Sinnvolle Ordnungsprinzipien für Informationen

  • Information nach Zielgruppen ordnen
  • Informationen nach Wissensstand aufbereiten
  • Informationen nach technischen Voraussetzungen aufbereiten

Informationen nach Zielgruppen ordnen

In der Regel sprechen Sie mit Ihrer Website mehrere Zielgruppen an. Sei es, dass Sie Ihre Kunden direkt erreichen wollen, sei es dass Sie über Medienvertreter an Ihre oder neue Zielgruppen herantreten wollen. Damit ist klar, dass die Ziele und damit auch die Aufgaben einzelner Seiten der Website je nach Zielgruppe unterschiedlich sind.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Hersteller und bedienen den Großhandel und möchten außerdem Endkunden über Ihre Produkte informieren. Der Großhandel benötigt andere Informationen (Verfügbarkeit, interne Verkaufsinformationen etc.) als der Endkunde (Händler in der Nähe).

Oder nehmen wir einmal einen Weiterbildungsträger, dessen Angebot sich zum einen an potenzielle Seminarteilnehmer richtet, zum anderen aber von Komplementärmittel-Geber (Arbeitsamt o.ä.) abhängig ist, zum weiteren potenzielle Arbeitgeber auf die Absolventen von Kursen aufmerksam machen will. Die Zielgruppen des Bildungsträgers sind also:

  1. (arbeitslose) Weiterbildungsinteressierte
  2. Arbeitsämter
  3. Unternehmen

Diese drei Zielgruppen benötigen nicht nur unterschiedliche Informationen, sondern die Kommunikation muss auch über unterschiedliche Kanäle stattfinden.

Ein Ziel des Bildungsträgers wird es sein, dass Weiterbildungsinteressierte sie über eine Suchmaschine finden. Dementsprechend muss er bestrebt sein, alles zu tun, die Informationen zum einen auf die Seminarteilnehmer, zum anderen suchmaschinengerecht aufzubereiten.

Als möglicher Komplementärmittel-Geber würde ein Arbeitsamt andere Informationen benötigen als ein Weiterbildungsinteressierter. Darauf muss bereits die Startseite Rücksicht nehmen.

Ein Unternehmen, das eventuell Praktikumsplätze zur Verfügung stellt oder an bestimmten qualifizierten Leuten interessiert ist, wird kaum aktiv einen Bildungsträger suchen. Daher wird die Website in Bezug auf die Unternehmen primär auch nicht auf einen Erstkontakt ausgerichtet sein, sondern vielleicht Service-Funktionen übernehmen. Hier würden zum einen Profile von möglichen Praktikanten oder Absolventen veröffentlicht, zum anderen könnten Unternehmen sich vorstellen. Der Kontakt zu den Unternehmen würde durch andere Marketingmaßnahmen erfolgen.

Drei Zielgruppen mit unterschiedlichen Interessen bedienen zu wollen, heißt für die Website, dass Sie gleich auf der Startseite drei Eingänge mit drei unterschiedlichen Informations-Routen legen. So haben Sie den ersten Grundstein gelegt, dass die jeweiligen Zielgruppen ihre ihnen zugedachten Informationen auf dem schnellsten Weg bekommen.

Informationen nach Wissensstand aufbereiten

Wenn Sie eine Website betreiben, werden Sie bereits nach kurzer Zeit merken, dass Sie unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche von Erstbesuchern und loyalen Wiederholungs-besuchern berücksichtigen müssen. So kann es sinnvoll sein, für die "alten Hasen" und Neulingen unterschiedliche Angebote bereit zu stellen.

Ein Erstbesucher wird zunächst einmal wissen wollen, ob er die Lösung auf seine Fragen auf Ihrer Site findet und was er noch an Anregungen und Informationen von Ihnen erhält. Ein loyaler Besucher benötigt mehr: das kann ein Mehr an Service oder Austausch sein oder tiefergehende Informationen zu einem speziellen Thema.

Informationen nach technischen Voraussetzungen aufbereiten

Unterschiedliche Zielgruppen heißt auch, die technischen Voraussetzungen von Nutzern zu berücksichtigen: Das bezieht sich auf die Nutzung von Browsern, Software oder Einwahlmöglichkeiten ins Internet, die Einfluss auf Download-Geschwindigkeiten oder Bildaufbau haben. Wer nach schnellen Informationen sucht, möchte sicherlich keine Minute warten, bis ein Vielzahl von Bildern geladen ist.

Sind Fotos Ihr Geschäft oder benötigen Sie aus anderen Gründen unbedingt Grafik, aber wollen durch langsamladende Grafikversionen Ihre nur an Information interessierten Zielgruppen nicht vergrätzen? Dann bieten Sie doch beides an. Das ist zwar partiell doppelter Aufwand, lohnt sich aber dann, wenn Sie ansonsten mit nur einer Lösung immer eine Partei vergrätzen werden.

Zusammenfassung

Je nach Zielgruppe kann und soll die Aufgabe der Website bzw. der gesamten Online-Kommunikation unterschiedlich ausgerichtet werden. Mit einer intelligenten Informations-Architektur steuern Sie, durch welche Tür und welchen Pfad Ihr Besucher gehen soll, damit er gezielt und möglichst schnell zu den gewünschten Informationen kommt. Damit legen Sie eine Grundlage für den Verkauf.

In der nächsten Folge erfahren Sie, wie Sie Informationen nutzergerecht strukturieren.

 

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