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Wie wichtig ist der Domain-Name für das Online-Marketing
wirklich?
Wie wichtig ist der Domain-Name für das Online-Marketing
wirklich?
Von Karsten Büttner
Namen
sind Schall und Rauch, sagt der Volksmund. Der Marketer sieht
das natürlich anders. Für ihn sind zwei Aspekte bei einer Domain-Namenswahl
wesentlich: leichte Kommunizierbarkeit und Positionierung in Suchmaschinen
und anderen Medien.
Gerade mit der Genehmigung neuer Top Level-Domains (.biz, .info
etc.) hat es einen ungeheuren Hype bezüglich der Domainnamen gegeben.
Es ist leicht nachvollziehbar, dass die Wichtigkeit von Domainnamen
von Domainhändlern hoch gehängt wurde.
Also sind Domain-Namen doch nur heiße Luft? Keineswegs. Aber
es gibt bei der Namenswahl weder eine einfache Antwort, noch ist
die Namenswahl das alles Entscheidende für ein erfolgreiches Marketing.
Welche Punkte sind für Sie bei Domain-Namenswahl zu bedenken
und welches Gewicht haben sie für Ihr Unternehmen?
- Geschäftsbezogener Name
- Keyword-haltiger Name
- Verfügbarkeit
- Kürze
- Klang und leichte Lesbarkeit
- Einfachheit
- Aussagekraft
- Position im Alphabet
- Erweiterbarkeit
Geschäftsbezogener Name
Hierbei kommt es darauf an, ob Ihr Firmenname bereits ein Markenname
ist und bei Ihrer Zielgruppe bekannt ist. Dann sollten Sie natürlich
einen entsprechenden Namen wählen.
Trifft das erste Kriterium nicht zu, fragen Sie sich, ob Ihr
Unternehmen einen klar umrissenden Geschäftszweck hat. Verkaufen
Sie Fernseher, so ist ein www.fernseher-meier.de oder tv-meier.de
durchaus erwägenswert.
Für einige Suchmaschinen wie www.metager.de ist so ein Vorgehen
sogar recht gut. Denn als erste Ergebnisse einer Suche nach Fernseher
wird www.fernseher.de vorgestellt, gefolgt von anderen Domains,
die den Suchbegriff enthalten.
Keyword-haltiger Name
Manchmal ist der Begriff für den Geschäftszweck eines Unternehmens
zu abstrakt oder wird in dieser Form von Kunden nicht gesucht.
So macht es für eine Direkt- oder Telefonmarketing-Agentur durchaus
Sinn, etwa Kundengewinnung im Domain-Namen zu führen: www.direkt-zum-kunden.de,
kaltakquise.de konzentrieren sich auf die Lösung eines Kundenproblems.
Verfügbarkeit
Was nutzt der schönste Name, wenn er schon vergeben ist! Was
können Sie jetzt tun? Theoretisch haben Sie fünf Möglichkeiten:
1. Pluralbildung (aus www.musikcd.de wird www.musikcds)
2. Schreibvariante (musik-cd.de, music-cd.de)
3. Ergänzung (jazz-musikcds.de)
4. andere Topleveldomain (.com, .biz, .info etc. statt .de)
5. andere Begrifflichkeit (www.tontraeger.de)
Sie sollten nach Möglichkeit aber alle Domains als Hauptadresse
verwerfen, die mit der Ihres Wettbewerbs verwechselt werden können.
Hat Ihr Mitbewerber vergessen, sich die .com-Domain zu sichern,
können Sie diese zwar für sich verwenden. Doch richtig glücklich
wird keiner von Ihnen damit.
Wenn Sie langfristig Kunden gewinnen wollen, dann nützt Ihnen
nur ein eindeutiger Domain-Name. Damit bleiben im Grunde nur die
Ergänzung eines Domain-Namens oder eine andere Begrifflichkeit.
Kürze
Je kürzer der Name, desto einfacher ist das Eintippen des Namens
im Browser. Und natürlich sinkt auch die Möglichkeit für Tippfehler,
wenn die Buchstabenkombination nicht klassische Vertipper vorprogrammieren.
Anstatt eines Namens wie suchmaschinen-optimierung.de ist
etwas wie netrank.de oder webposition.de wesentlich
griffiger.
Denken Sie beim Namen auch daran, dass Sie ihn beispielsweise
auf Ihrem Briefpapier kommunizieren wollen. Ein kurzer Name bereitet
für ein Layout weniger Probleme, zumal wenn es um E-Mail-Adressen
geht.
Eine Mailadresse wie karsten.buettner@online-marketing-praxis.de
ist daher nicht unbedingt erstrebenswert. (Dennoch sprach mehr
für den Domain-Namen als es Ausschlusskriterien gab.)
Klang und leichte Lesbarkeit fördern Merkfähigkeit
Der Klang eines Namens trägt dazu bei, wie gut er sich merken
lässt. Dabei sind im wesentlich folgende Faktoren in Betracht
zu ziehen: Vokalqualität, mögliche Alliterationen (gleiche Anlaute:
weber-web) oder der Rhythmus.
Gerade vor dem Hintergrund, dass viele Begrifflichkeiten bereits
von anderen Unternehmen belegt worden sind, kommen Unternehmen
auf die Idee, Wortungetüme zu schmieden, die zwar garantiert individuell
sind, aber kaum merkfähig sind.
Ein Name wie fusinfosys.de mag zwar für die Firmeninhaber
den Geschäftszweck plus Namenskürzel widerspiegeln, aber eine
leichte Erinnerbarkeit ist nicht gegeben. Dies zum einen, weil
mit fus nicht notwendigerweise ein Name verbunden wird,
zum anderen, weil hier die Klangsilbengrenzen nicht eindeutig
festliegt (fu-sinfo- sys oder fus-info-sys). Dabei kann die Klangsilbe
sinfo unsere Synapsen schon einmal in die falsche Richtung
schalten.
Dass ein Lesender den Zusammenhang schnell und eindeutig erkennt,
ist aber deswegen wichtig, weil wir uns Namen nicht nur über sinnhafte
Silben, sondern über den Klang merken.
Sie können das ganz einfach feststellen: Lesen Sie einmal ein
Buch eines chinesischen Schriftstellers (in Deutsch). Wenn Sie
keine Vorstellung haben, wie die Namen Quan Zhigang oder Zhang
Lichange oder Huang Kwei Zhen klingen, werden Sie Schwierigkeiten
haben, sich diese dauerhaft zu merken.
Einfachheit
Wenn Sie nicht gerade Ihren Eigennamen für Ihre Domain nutzen,
haben Sie auch Einfluss darauf, welche Schreibungen Ihr Name zulässt.
Ein Unternehmen, das Kundenbindungssysteme entwickelt und für
Loyalität den englischen Begriff loyalty im Namen
führt, muss damit rechnen, dass nach loyality oder loyaliti
gesucht wird. Insbesondere ein schnelles Schreiben auf der Tastatur
lässt hier auch Verschreiber wie loayalty zu.
Gerade dort, wo die gern genommenen englischen Namen sich von
den deutschen nur wenig unterscheiden, lauern Fallen: Während
es englisch Address heisst, ist Adresse im Deutschen
richtig. Ein Unternehmen, das Adressen überprüft, wird sich daher
überlegen müssen, ob der addresscheck.de wirklich eine gute Adresse
ist.
Mit den Schreibvarianten adresscheck, adressscheck,
adressencheck oder die Nutzung von Bindestrichen lassen
eine Vielzahl an Möglichkeiten zu.
Wer auf einen bestimmten Namen nicht verzichten will, aber mit
Fehlschreibungen rechnen muss, sollte sich diese Domains auf alle
Fälle reservieren und automatisch auf die richtige Website umleiten.
Aussagekraft
Nehmen wir noch einmal das Beispiel fusinfosys.de. Die
Abkürzung infosys für Informationssysteme liegt zwar nahe, ist
aber für eine Vielzahl an möglichen Zielpersonen nicht mit einem
konkreten Nutzen verknüpft.
Sie sollten sich hüten Sprechblasen und Hype in Ihrem Namen
zu verwenden. Begriffe wie Lösungen sind in manchen Branchen
wie Bei uns ist der Kunde König zur absolut nichts- sagenden
Floskel geworden.
Position im Alphabet
Ist Ihr Angebot eines unter einer Vielzahl gleicher Angebote
und Sie können sich nicht vom Wettbewerb durch eine eindeutige
Positionierung unterscheiden? Dann kann es sinnvoll sein, bei
der Namensgebung darauf zu achten, dass Sie möglichst weit vorn
im Alphabet stehen.
Vor dem A im Alphabet werden Namen mit Zahlen am Anfang in vielen
Katalogen an vorderster Stelle stehen. Fast überflüssig zu sagen,
dass 1A im Namen nicht für jedes Geschäft anzuraten ist.
Aber ein Medienunternehmen 1stBroadwayCompany, das im Brotweg
ansässig ist, oder ein Cartoon-Verlag, der in der Milchstrasse
mit 1.milkway residiert, wären durchaus akzeptabel.
Erweiterbarkeit
Erweiterbarkeit ist als Kriterium in zwei Richtungen wichtig.
Zum einen: Bietet Ihr Name genug Raum, dass sich Ihre Geschäftsfelder
auch ausweiten lassen? So hat ein Unternehmen, das unter der Domain
buecher.de agiert, ein Kommunikationsproblem, wenn es auch andere
Medien vertreiben will.
Wer jetzt einen Tonträger-Vertrieb aufbaut, sollte sich genau
überlegen, ob CD für Compact Disc im Namen eine kluge Wahl ist.
Besser wäre es sicherlich, eine tonträger-unabhängige Namenswahl
zu treffen.
Es sei denn, dass man sich beispielsweise als Spezialanbieter
für Schellack- oder Vinyl-Schallplatten versteht. Zum anderen
ist Erweiterbarkeit des eigentlichen Namens ein mögliches Kriterium.
Wer überlegt, Angebote zu spezialisieren, sollte schon frühzeitig
Vorsorge treffen, dass wirtschafts-buecher.de oder kinder-buecher.de
reserviert werden.
Fazit
Bei der Namenswahl müssen verschiedene Kriterien gegeneinander
abgewogen werden, damit ein Name auch längere Zeit Bestand haben
kann.
Das ist aus zwei Gründen wichtig: Zum einen scheint die Existenzdauer
einer Domain im Internet auch ein - wenngleich geringfügiges -
Ranking-Kriterium zu sein. Zum anderen bedeutet ein eventueller
Namenswechsel zusätzliche Kommunikationskosten.
Lesen Sie dazu auch:
http://online-marketing-praxis.de/tipps/artikel/060303.php3
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