|
Start
Artikel Wie
Sie die besten Keywords für Suchmaschinen-Marketing finden
Wie Sie die besten Keywords für Suchmaschinen-Marketing
finden
Von Karsten Büttner
Wer
Anzeigen bei Google, Overture oder Espotting schaltet, wird immer
wieder vor der Frage stehen: Was sind die besten Schlüsselbegriffe?
Die teuersten sind offenbar die am meisten gefragten. Aber verkaufen
diese auch am besten?
Die keyword-basierten Kleinanzeigen in Suchmaschinen sind von
der Idee und der usprünglichen Konzeption her reines Direktmarketing.
Klick- und Konversionsrate sind dabei die zentralen Analyse- und
Steuerinstrumente.
Aus Direktmarketingsicht gilt die Faustformel, je spezifischer
die Suchbegriffe, desto qualifizierter die Zugriffe. Und aus diesen
qualifizierten Interessenten wird eine bestimmte Prozentzahl zu
Käufern.
Anders herum: Nutzen Sie sehr allgemeine Begriffe, erhalten Sie
zwar recht viele Zugriffe (Klicks), aber werden wenig Umsatz erzielen.
Dennoch sind es gerade die allgemeinen - oder generischen - Begriffe,
die in den Suchmaschinen teuer sind. Der Preis spiegelt wider,
dass diese Begriffe stark gefragt sind: Handies, Reisen, Autos,
Akquise, Coaching, Marketing - also Bezeichnungen für große Gruppen
von Produkten und Dienstleistungen.
Wer such nach generischen Begriffen?
Wer gibt jedoch "Reisen" oder "Handies" in eine Suchmaschine
ein? Das sind Menschen, die offenbar am Anfang eines Kaufprozesses
stehen. Sie wollen sich erst einmal informieren, was es auf dem
Markt gibt.
Aus der Sicht eines Direktmarketers ist das aber die falsche
Zielgruppe. Denn das sind die Lurker, die Leute, die "nur mal
schauen" wollen. Sie sehen es in der Webstatistik daran, dass
diese Personen recht viele Seiten anklicken und meist eine geraume
Zeit auf den Seiten verweilen. Aber sie werden selten auf den
Bestell-Knopf klicken. Und wenn, werden sie den Bestellvorgang
vorzeitig abbrechen.
Würden Sie den Begriff "Handy" bei Google buchen, könnten Sie
täglich mit 1.100 Klicks rechnen. Jeder Klick kostete Sie 0,64
Euro (März 2004). Warum sollte aber ein Unternehmen täglich rund
700 Euro ausgeben, wenn die Zahl der Direktkäufe vergleichsweise
gering sein wird?
Wer wirbt mit generischen Begriffen?
Die Antwort ist einfach: Es sind Unternehmen, die Branding betreiben.
Branding hat mittlerweile auch die Suchmaschinen erreicht. So
wird für die einstige Direktmarketing-Domäne ein anderer ROI (Return
on Invest) zu bestimmen sein.
An die Stelle der Größen Klick- und Konversionsraten tritt nun
der Wert Sichtbarkeit, oder anders gesagt: Aufmerksamkeit.
Denn diese Lektion haben die Großen aus der realen Welt in virtuelle
übertragen können: die Aufmerksamkeits-Ökonomie ist die zentrale
Triebkraft im Internet.
So ist es nicht verwunderlich, dass es vorwiegend die Großen
wie O2 oder Talkline sind, die in den Suchmaschinen Anzeigen mit
generischen Begriffen schalten.
Ihr Ziel ist es, den noch diffus Interessierten zu erreichen.
Denn: Kaufinteressenten sind am Anfang eines Kaufprozesses besonders
empfänglich für Werbebotschaften, wenn diese Sicherheit vermitteln.
Marken sind dazu in der Lage. Im Grunde handelt es sich wie bei
Referenzen um einen "Kurzschluss". An die Stelle einer Argumentation
tritt die Marke für etwas ein.
Gelingt dieser Kommunikationsprozess, kann ein auf diese Art
informierter Interessent ein besonders treür Kunde werden. Das
fanden werbepsychologische Studien heraus.
Direktmarketing = spezifische Begriffe?
Wer jedoch zu den kleinen Unternehmen zählt, wird seine Anzeigen
dagegen sehr zielgenau und verkaufsorientiert formulieren, um
von vornherein die potenziellen Kunden von den vorinformierten
Interessenten zu selektieren.
Der kleine Reiseanbieter mit dem Spezialangebot Ayurveda in Indien
wird sicherlich nicht auf alleinige Sichtbarkeit setzen können,
sondern seine Anzeigen mit direktem Verkaufsziel schalten.
Es mag nach typischer Kommt-drauf-an-Beraterphrase klingen:
Jede Branche, jedes Produkt hat ihre Eigenarten.
So sucht niemand nach "Ayurveda Reisen", "Reise Ayurveda" oder
ähnlichen Verknüpfungen. Hier wird nur der generische Terminus
Ayurveda gesucht.
Ähnliches werden Sie bei Gesundheitsthemen erleben. Kaum jemand
sucht nach Weizen-, Katzen- oder Nuss-Allergie. Hier würde die
Vermeidung des Überbegriffs Allergie wenig Besucher und wenig
Kunden bescheren.
Bei Mobiltelefonen zeigt sich noch eine ganz andere, bemerkens-
werte Nutzung von Namen und Zusätzen.
So hat die Marke Erriccson offenbar schon fast den Status von
Tempo oder Chiquita.Wer Ericcson sagt, meint ein Handy. Denn während
nur 8 Leute nach Ericcson Handy pro Tag bei Google suchen, geben
220 ausschließlich Ericsson ein.
Es ist zwar naheliegend, dass dieses mit Siemens nicht funktionieren
kann. Da wird "Siemens Handy", nicht aber "Handy Siemens" gesucht.
Wenn Sie glauben, dass so etwas schon der gesunde Menschenver-
stand nahelegt, werden Sie erstaunt sein, dass diese Analogie
auf Nokia eben nicht übertragbar ist. "Handy Nokia" ist der gefragtere
Suchterminus, nicht wie zu erwarten "Nokia Handy".
Darf ich Sie vollends irre machen? Bei Overture hat "Nokia Handy"
dagegen mehr Treffer als "Handy Nokia".
| Ericcson |
220
|
| Ericcson Handy |
8,5
|
| Siemens Handy |
170
|
| Handy Siemens |
< 0,1
|
| Handy Nokia |
57
|
| Nokia Handy |
< 0,1
|
Tabelle: Wie Markenhandys gesucht werden. Die
Werte geben an, wieviele Klicks auf die jeweiligen Begriffe pro
Tag bei Google entfallen würden.
Fazit
Die mentalen Modelle der Zielgruppen passen in kein Schema. Aber
dem Verhalten Ihrer potenziellen Kunden können Sie dadurch auf
die Schliche kommen, indem Sie bisheriges Verhalten studieren.
Googles "Traffic Estimator" oder Overtures "Search Term Suggestion
Tool" sind Werkzeuge, mit denen Sie gute und bessere Suchbegriffe
bestimmen können.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren:
Google Adwords - Der Praxistest
Erfolgreich werben in Suchmaschinen
mit Google Adwords
Wie
Sie mit Split-Run-Tests Ihre Google-Adwordskampagne verbessern
|