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sind Kleinkunst
Newsletter-Anzeigen sind Kleinkunst
Von Karsten Büttner
Auf
Kleinkunst wird in der Regel herabgesehen. Sie steht im Ruf minderwertig
zu sein. Kabarett ist weniger wert als Goethe. So steht es auch
mit Textanzeigen in Newslettern. Ist doch einfach, eben mal fünf
Zeilen zu schreiben, oder?
Dann mal los. Sie haben fünf Zeilen á 65 Zeichen Platz, um Ihr
Angebot so darzustellen, damit möglichst viele Leute auf den Link
klicken.
1
2
3
4
5
Uuups, schon bei der sechsten Zeile angekommen und Sie haben
Ihr Angebot noch nicht präsentiert?
Textanzeigen werden selten von Textern verfasst, weil man in
Unternehmen häufig der Auffassung ist, dass man mal eben fünf
Zeilen selbst schreiben kann. Auch wenn das ein Trugschluss ist,
so heißt das vielleicht für Sie, dass Sie der- oder diejenige
sind, einen Text zu verfassen. Und Kleinunternehmer werden sich
so wie so zu Multitalenten ausbilden ...
Deswegen schadet es nicht, das Handwerk zu lernen. Sie werden
sehen, dass sowohl für eine erfolgreiche Textanzeige als auch
für den Verkaufsbrief ähnliche Regeln gelten.
Doch hier nun zur Kleinkunst.
Ziel einer Anzeige ist es, ...
- Aufmerksamkeit zu erzeugen und Interessenten von Nicht-Interessierten
zu trennen.
- Interessierten den zentralen Nutzen zu nennen
- Neugier zu wecken
- den Interessierten zum Klicken auf die Website zu bewegen
(oder eine Mail anzufordern)
Ziel sollte es sein, die einmalige Aufmerksamkeit in Interesse
zu wandeln. Konkret: Die Leser der Anzeige sollen auf Ihre Website
kommen oder per Autoresponder weitere Texte abrufen. Auf der Website
oder im Autoresponder-Text müssen Sie auf ein Angebot treffen,
das sie kaum ablehnen können. Website oder Autoresponder-Text
sind die zweite Stufe in einem mehrstufigen Verkaufsprozess.
Anzeigen sind dazu da, Aufmerksamkeit zu erzeugen, Interessenten
zu identifizieren und den Interessenten zu einer Handlung (Mehr
Informationen einholen) anzuregen.
Mehr nicht. Und das ist eine ausreichend große Aufgabe.
Was können Sie mit Newsletter-Anzeigen erreichen?
Eines können Sie mit Newsletter-Anzeigen in der Regel nicht:
verkaufen. Mit einer Stand-alone Mail ist dieses schon eher möglich,
aber nicht die Regel.
Die Newsletter-Anzeige übernimmt nur eine Aufgabe im Verkaufsprozess.
Daher ist es falsch bei einer Analyse einer Werbekampagne, davon
zu sprechen, dass eine Anzeige nicht verkauft hat.
Wenn es um den Verkauf geht, ist entscheidend, was nach dem
Klick auf Anzeige oder Mail kommt.
Mit Anzeigen filtern Sie Interessierte von Nicht-Interessierten.
Erst im Folgeprozess kommt es darauf an, möglichst viele Interessierte
zu Käufern zu machen. Wie lang dieser Folgeprozess dauert, hängt
von einer Vielzahl Faktoren ab. So kann ein Buch oder eine CD
als Impulskauf direkt nach dem Aufrufen Ihrer Site erfolgen. Für
andere Produkte oder auch andere Umstände (Vergleich mit ähnlichen
Produkten Ihrer Mitbewerber) dauert die Kaufentscheidung länger.
Dafür und für mögliche Anschlusskäufe ist es sinnvoll, dass Sie
die E-Mail-Adressen Ihrer Interessenten mit dem Ziel gewinnen,
diese anschreiben zu dürfen. Denn jeder Besucher, der Ihre Website
verlässt, ohne dass er Ihnen die Erlaubnis zum erneuten Kontakt
gibt, ist in der Regel für Sie verloren.
Sie benötigen die ausdrückliche Erlaubnis der Interessenten,
seine E-Mail-Adresse (und seinen Namen) zu speichern und ihn anzuschreiben.
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